Endlos-Prozess gegen Alexander Falk
In der » Süddeutschen Zeitung kommentiert Hans Leyendecker den langwierigen Prozess gegen den Millionenerben Alexander Falk, der am heutigen 3. Dezember drei Jahre alt werde. Inzwischen habe sich die Pressetribüne gelichtet. Das restliche Publikum habe manchmal „den Eindruck, die Beteiligten redeten nur noch miteinander, um zu zeigen, dass sie noch durchsteigen.“ Fast die Hälfte aller Wirtschaftsverfahren werde nach Schätzungen einvernehmlich geregelt, und die Strafe sei – wie der Fall des früheren VW-Personalmanagers Peter Hartz gezeigt habe –längst zur „Handelsware“ geworden. „Aber auch wenn Prozesse lange dauern, bleibt am Ende, wenn die endlosen Ermittlungen, die endlosen Hauptverhandlungen, die endlose Ausnutzung der Rechtsmittel Vergangenheit sind, meist ein Strafmaß, das den ganzen Aufwand verhöhnt“, kritisiert Leyendecker.
Die Zeit drängt bei Northern Rock
Die » Times macht sich einmal mehr Sorgen über die Zukunft des angeschlagenen Hypothekenfinanzierers Northern Rock. „Nennen Sie mir einen Grund, warum jemand sein Geld bei Northern Rock lassen sollte. Man bekommt die gleichen Konditionen bei jeder anderen Bank um die Ecke, wacht dann aber nicht jeden Morgen mit der Sorge ums eigene Geld auf“, schreiben die Londoner. „Ich bin besorgt, dass eine Rettung unmöglich sein wird, sollte der Verkauf nicht bis Weihnachten abgeschlossen sein“, erklärt die Zeitung. Die Übernahme durch Virgin sei noch lange nicht in trockenen Tüchern, da mindestens eine der am Deal beteiligten Banken (Royal Bank of Scotland, Citi und Deutsche Bank) mit den Bedingungen der Übernahme unzufrieden sei.
Offene Märkte bewahren vor Abschwung
Die » International Herald Tribune glaubt, dass eine „wirtschaftliche Öffnung“ Länder wie die USA vor einem Abschung bewahren könne. Als Beleg für seine These nennt der Kommentator das 7,5-Milliarden-Dollar- Engagement von Abu Dhabi bei der Citigroup. „Der Dollar ist so stark gefallen, dass einige US-Firmen Schnäppchen zu sein scheinen. Je mehr Ausländer aber bei uns einkaufen, desto stärker wird der Dollar – und die Wirtschaft – wieder stabilisiert“, erklärt die Zeitung. Von dieser „offenen Strategie“ profitierten jedoch nicht nur die US-Wirtschaft, sondern beide Seiten.
Inflation in Spanien
„Die Inflation bestraft die Wirtschaft“, kommentiert » Expansión, nachdem die Verbraucherpreise in Spanien im November um 4,1 Prozent gestiegen sind. Das sei eine Differenz von 1,5 Prozentpunkten zur Eurozone, Ziel für 80 Prozent der spanischen Exporte. Da der Ölpreis aber auch für die anderen europäischen Länder gestiegen sei, habe die spanische Regierung offenbar versäumt, ihre Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren. Außerdem habe die Regierung mit einer restriktiven Wirtschaftspolitik nicht mehr Wettbewerb in das Preissystem gebracht, sondern – äußerst unzeitgemäß – kleine Unternehmen geschützt. Falls die Regierung jetzt nicht eingreife, so die spanische Zeitung, gerate die spanische Wirtschaft in einen Teufelskreis, in dem sich Preis- und Lohnsteigerungen hochschaukelten.
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