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26.06.2008 
Presseschau von 26.6.2008

Spiel ohne Gewinner

von Daniel Lenz

Die internationale Wirtschaftspresse verfolgt das deutsche Bankenmonopoly. Der irische Examiner gibt Durchhalteparolen im Kampf gegen die Rezession aus. The Atlantic beobachtet den antiquierten Zeitungskrieg von Rupert Murdoch. Die Nesawissimaja Gazeta hinterfragt die Einkaufstour des Stahlmilliardärs Aleksej Mordaschow im Westen. Fundstück: Mountain View statt Schlossstraße.

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Börsentäglich neu bei Handelsblatt.com: die internationale Presseschau.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung begrüßt, dass sich die Bundesregierung beim Verkauf der Postbank, der deutschen Citibank sowie der Dresdner Bank heraushalten und nicht "ihre schützende Hand über die deutsche Kreditwirtschaft" spannen werde - das Interesse der Eigentümer müsse darin liegen, den höchsten Preis für ihre Tochtergesellschaften zu erhalten, und dabei seien auch ausländische Akteure willkommen. Gleichwohl rechnet die FAZ nicht damit, dass sich durch die Bankenkonsolidierung etwas an den Machtverhältnissen ändern werde: "Eine Neuordnung in Deutschland änderte nichts an dem im internationalen Vergleich bescheidenen Gewicht der heimischen Großbanken. "Während die öffentlich-rechtlichen Institute, die sich jeder Öffnung widersetzten, im Banksystem einen zu großen Marktanteil besäßen, hätten bei mehreren Großbanken strategische Fehlentscheidungen in der Vergangenheit zu ihrer Marginalisierung beigetragen. Fazit: "Nicht alles, was schiefgegangen ist, lässt sich korrigieren. Insofern ist das deutsche Bankenmonopoly nicht mehr als ein Ereignis von lokaler Bedeutung."

Auch die Süddeutsche Zeitung dämpft die Hoffnungen auf eine Lösung der individuellen oder systemimmanenten Probleme auf dem deutschen Bankenmarkt. Wer sich für eine "deutsche Lösung "einsetze, müsse sich im Klaren sein, dass einerseits selbst ein Trio aus Commerzbank, Dresdner Bank und Postbank noch keine Großmacht, nicht einmal in Deutschland, sei, und dass dies viele Tausend Arbeitsplätze kosten werde, weil die möglichen Partner vor allem Kosten senken würden. Vor diesem Hintergrund wäre ein Verkauf an Ausländer aus Arbeitnehmersicht kurzfristig besser. "Auf Dauer hat aber jeder Bankeigner das Problem, dass er im Wettbewerb mit Sparkassen und Genossenschaftsbanken im internationalen Vergleich nur kleine Renditen erzielen kann. Es sei denn, die Zahl der Banken würde sich deutlich reduzieren."

Bloomberg rät dem britischen Institut Lloyds TSB eindringlich, die Dresdner Bank zu kaufen. Dies sei "eine einzigartige strategische Gelegenheit", die sich so schnell nicht mehr bieten werde. Lloyds habe sich zu abhängig vom britischen Privatkundengeschäft und Immobilienmarkt gemacht - beides Bereiche, die auf Jahre gesehen wenig attraktiv seien. Im Gegensatz zu Großbritannien und anderen europäischen Ländern werde die deutsche Wirtschaft voraussichtlich am besten eine lange Phase des nur langsamen Wachstums überstehen, begründet der Nachrichtendienst die Attraktivität des deutschen Bankenmarktes. Hinzu komme, dass die im Privatkundengeschäft erfahrene Lloyds "Effizienzsteigerungen" bei der Dresdner erzielen könne. "Sie könnte sogar die Deutschen zu angelsächsischen Angewohnheiten verleiten, etwa sich Dinge per Kredit zu kaufen, die man sich eigentlich nicht leisten kann, oder sich ein Eigenheim anzuschaffen."

Nachdem die Commerzbank/Allianz sowie die Deutsche Bank erklärt hätten, dass sie nicht bereit seien, einen zweistelligen Milliardenbetrag für die Postbank zu bezahlen, erwartet die Welt ein verwirrendes "Sommertheater": "Analysten und Investmentbanker sind sich einig, dass die Postbank heillos überbewertet ist. Wer zahlt in Zeiten der Finanzkrise einen fast zweistelligen Milliardenbetrag oder mehr als das Doppelte des Eigenkapitals für eine Bank mit behördenähnlichen Strukturen, die zudem als schwer integrierbar gilt?" Jetzt sei die spannende Frage nicht mehr nur, wer die Postbank kaufe, sondern ob Post-Chef Frank Appel dieser misslichen Lage entkommen könne, ohne schwer beschädigt zu werden.

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