Mandry, ein 32-jähriger Franzose mit Abschluss der französischen Elitehochschule HEC, lebt seit fünf Jahren in London und ist der Direktor des auf Benefiz ausgerichteten Turniers: "Wir werden dieses Mal etwa 50 000 Euro für Erforschung von Kinderkrankheiten zusammenbekommen." Seine Hoffnung: Irgendwann soll sich aus dem Turnier eine Büro-Golf-Liga entwickeln, vielleicht zunächst einmal eine europäische, stellt sich Mandry vor. "Vielleicht sogar mit der Wichtigkeit wie die Fußball-Champions-League", scherzt er. Gewichtig ist die Angelegenheit schon.
Zumindest sollen das die Prominenten demonstrieren: mit strahlendem Lächeln der ehemalige Rugbyspieler Victor Ubogu, mit schulterlangem lockigen Haar der Ruderer und Goldmedaillengewinner von Sydney, Tim Foster, und mit Alarmglocken-tiefem Ausschnitt Schauspielerin Rachel Grant, die James Bond in "Die Another Day" nicht nur den Atem, sondern fast auch das Leben nahm.
Reicheneder und Finkbeiner haben für solche Irritationen jetzt aber keinen Blick. Die beiden deutschen Champions des Vorjahrs überlegen, ob sie nicht ein oder zwei Whisky hätten mehr trinken sollen - um lockerer zu werden. So wie die beiden aktuellen deutschen Bürogolf-Meister aus Frankfurt. Die Aktienanalysten Metehan Sen, 34, und Patrick Juchemich, 36, wirken entspannt. Sen hat gerade mal Platzreife, und Juchemich interessiert sich noch nicht einmal besonders für Minigolf. Trainiert haben sie schon, "im Konferenzraum von Sal. Oppenheim" - ihrem Arbeitgeber. Doch aufgeregt? "Man muss einfach nur den Schläger gerade halten und sich konzentrieren", erklärt Juchemich sein Geheimnis.
Doch auch die Banker haben wohl nicht mit dem lahmen Londonfilz gerechnet. Ein Kerl aus York ist in ihrer Gruppe und macht es ihnen vor: Abschlag am dritten Loch, vorbei am gelben und blauen Filz, vorbei am Tischbein, und es macht "Pling", Whiskyflasche getroffen, Hole in one, nur ein Schlag bis ins Ziel.
Die Analysten kratzen sich an den Köpfen. "Bürogolf hat in Deutschland natürlich etwas Ironisches", meint Jochen Haßdenteufel, Spielerbetreuer der vier deutschen Office-Putting-Musketiere. Im Auftrag der schottischen Whisky-Firma hat Haßdenteufel in Deutschland die Wettkämpfe organisiert.
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