Berufsbegleitenden MBA-Programmen für Manager waren eine Marktlücke
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Es ist noch nicht so lange her, da galt es als unumstößliche Business School-Weisheit: Einen Master of Business Administration (MBA) kann es nur als ein- oder gar zweijähriges Vollzeitstudium geben, weil nur dies die „menschliche Erfahrung“ ermöglicht. Diese Weisheit scheint keine Gültigkeit mehr zu haben.

HB DÜSSELDORF. Berufsbegleitende Teilzeit-Programme oder gar Online-MBAs überließ man bislang doch lieber einer niederen Liga. Mit der bemerkenswerten Ausnahme der Harvard Business School bieten mittlerweile aber alle führenden Business Schools in Europa und den USA Teilzeit-MBA-Programme an. Was ist passiert?

„It’s the money, stupid“ (O-Ton Bill Clinton), möchte man sagen. Wo es eine Marktnachfrage gibt, taucht bald auch ein Angebot auf, selbst wenn die Studiengebühren für so genannte Executive MBA (EMBA)-Programme leicht über 50 000 Euro liegen können.

„Die Nachfrage steigt, da Unternehmen in Europa immer häufiger den MBA als Qualifikation nachfragen“, weiß Lyn Hoffmann, Associate Dean an der London Business School, die ihr Executive MBA-Programm mit 150 Studenten füllt, und damit zu einer der Großen auf diesem Markt gehört. Zum Vergleich: Manch Anbieter in Deutschland wäre schon über 20 Teilnehmer froh, die über 50 000 Euro für einen EMBA zu bezahlen bereit sind.

Früh die Zeichen der Zeit erkannt zu haben, freut sich auch Peter Lorange, Präsident des IMD in Lausanne. Auch die Schweizer Top-Schule verzeichnet eine wachsende Nachfrage (siehe Interview rechts). Weil auch gestandene Manager einen MBA und kein irgendwie anders betiteltes Diplom wollen, verleiht das IMD wie alle anderen Schulen auch an Absolventen eines EMBA-Programms den MBA.

Eine Reihe von Faktoren begünstigt das rasante Marktwachstum. „In Zeiten der Unsicherheit auf dem Job-Markt, sind die Leute weniger bereit, ihren Job aufzugeben, um einen Vollzeit-MBA zu machen“, so Professor Eric Weber, Associate Dean an der IESE Business School in Barcelona. Die berufsbegleitende Teilzeitlösung drängt sich da auf.

Auch die Karrierelogik scheint oft eher für einen Executive-MBA, der zwischen fünf und sieben Jahren Berufserfahrung voraussetzt, zu sprechen. „In den kontinentaleuropäischen Ländern dauert das Erststudium meistens fünf Jahre“, bemerkt Jean Louis Scaringella, Chef der ESCP-EAP in Paris, die 1993 als erste Business School in Frankreich ein EMBA-Programm startete. „Es hat wenig Sinn für Jungmanager, nach zwei oder drei Jahren im Job die Karriere zu unterbrechen, um einen Vollzeit-MBA zu machen. Da ziehen es viele vor, erst einmal ein bisschen Karriere zu machen, und nach vielleicht acht oder zehn Jahren einen Executive-MBA draufzusatteln.“

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