Brown & Insead
Eine kleine Jahresbilanz

Es war eine kleine Sensation in der internationalen Business School-Welt: Als die französische Top-Schule Insead (Fontainebleau) im vergangenen Jahr einen neuen Mann an der Spitze suchte, fiel die Wahl nicht auf einen gestandenen Business School-Manager, ja nicht mal auf einen Management-Professor.

Nachfolger von Gabriel Hawawini, der insbesondere für die mutige Insead-Expansion in Asien (Singapur) verantwortlich zeichnete, wurde im Juli letzten Jahres J. Frank Brown, der praktisch sein gesamtes berufliches Leben bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers verbracht hatte, zuletzt als "Global Leader of Advisory Services".

Sofort schlugen die Spekulationen hoch, was das Insead-Board zu dieser ungewöhnlichen Personalentscheidung bewegt haben könnte, ausgerechnet diesen in Business School-Kreisen völlig unbekannten Amerikaner zum Insead-Chef zu machen. Und nur Spötter gaben sich mit der Erklärung zufrieden, dass die Unternehmenschefs und Top-Manager, aus denen sich das Insead-Board of Directors im Wesentlichen zusammensetzt und zu dem auch der deutsche Unternehmensberater Roland Berger gehört, eben einen der Ihren zum Hochschul-Boss gemacht hatten.

Intelligentere Spekulationen gingen in andere Richtungen. Nach einem Standbein in Europa (Fontainebleau) und Asien (Singapur) strebe Insead jetzt auch einen eigenen Campus in den USA an, meinten die einen. Dazu passte die Wahl eines US-Amerikaners. Der Mann mit den guten Unternehmenskontakten war es geworden, weil Insead vor allem Geld bei Unternehmen einsammeln müsse, meinten die anderen.

Ein Jahr später und nach einer ähnlichen Personalentscheidung an der London Business School, wo mit Robin Buchanan vor kurzem ein langjähriger Berater des Consulting-Unternehmen Bain die Nachfolge von Laura Tyson antrat, wird die Logik der Entscheidung klarer.

"Business Schools haben im Grunde eine große Ähnlichkeit mit Beratungsunternehmen (professional services firms)", sagt Insead-Dean Brown im Gespräch mit dem Handelsblatt. Beide leben vom Hervorbringen neuer Ideen zur Management-Verbesserung. Und bei beiden geht es für die Führungsebene darum, diese Wissensgenerierung effizient zu managen.

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