Business Schools
Der MBA der Zukunft

Wie sieht der MBA der Zukunft aus? Einer der es wissen könnte, beantwortet die Frage mit noch mehr Fragen.
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Der MBA-Abschluss wird in den letzten Jahren zunehmend kritisch betrachtet und das obwohl die Nachfrage von führenden Unternehmen nach MBA-Absolventen nach wie vor sehr stark ist.

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» Ausführlicher Kommentar/ Commentary:

» Peter Lorange (IMD President)

Befürworter des MBA argumentieren, dass ein oder zwei Jahre, die man an einer führenden Business School verbringt, eine gute Zeit sind, um junge Talente reifen zu lassen, Netzwerke aufzubauen, die sich das gesamte Berufsleben lang als wertvoll erweisen, und um sich die Strategiekonzepte und das Management-Handwerkszeug anzueignen, was sonst nicht so leicht anderswo zu erlernen ist. Von gleicher Bedeutung ist die Selektivität der besten Business Schools: Wenn man am Anfang die besten Leute auswählt ist das, egal ob in den USA, Europa oder Asien, eine ziemlich gute Garantie dafür, dass man am Ende sehr gute Absolventen bekommt. Und in dieser Hinsicht erfüllt ein gutes MBA-Programm tatsächlich sowohl die Bedürfnisse der Studenten (Jobs) als auch die der Arbeitgeber.

MBA-Kritiker entgegnen, dass Business Schools dabei versagen, aus ihren MBA-Studenten bessere Führungspersönlichkeiten und verantwortungsbewusste Mitglieder der Gesellschaft zu machen. Eine Umfrage aus dem Jahr 2006 zeigt sogar, dass Business School-Studenten bei Prüfungen häufiger pfuschen als die Studenten aller anderen Studiengänge. Verantwortlich für dieses Unvermögen, sagen die Kritiker, sei vor allem der Umstand, dass Business School-Curricula viel zu langsam an die globalen und oft cross-funktionalen Realitäten der modernen Business-Welt angepasst würden. Und als Beleg für die abnehmende Bedeutung des MBA zeigen Kritiker auf die anscheinend zunehmende Tendenz unter Jungmanagern, völlig auf eine Business School-Ausbildung zu verzichten.

Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo zwischen diesen beiden Sichtweisen. Und der Wert einer Business School-Ausbildung ist wohl auch von Einzelperson zu Einzelperson unterschiedlich und hängt von der besonderen Situation ab, in der sich jemand befindet. Aber wenn man davon ausgeht, dass Business Schools kaum in naher Zukunft von der Bildfläche verschwinden werden, und weil eben MBA-Programme doch für manche, wenn nicht für alle angehenden Manager eine angemessene Erfahrung darstellen, dann lohnt es sich über die Zukunft von Business Schools nachzudenken und sich die Frage zu stellen, wie der MBA der Zukunft aussehen könnte.

Eher als zu versuchen, die Frage direkt zu beantworten, würde ich gerne vier Fragekomplexe aufzeigen, die MBA-Interessenten, Arbeitgeber, und Business School durchdenken sollten:

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