Denkfutter
Ist der MBA ein Muss?

Ja, aber… sagt der Headhunter. Die Antwort fällt nach Land und Industrie durchaus unterschiedlich aus. Während der Master of Business Administration in den USA zum Standard für jeden CEO in spe gehört, stellt sich in Deutschland die Situation ganz anders dar.

Unterhält man sich mit Nachwuchs-Führungskräften, die eine Linienkarriere anstreben, über das Thema zielführende Ausbildungswege, so wird man mit fast schon an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Frage immer wieder zu hören bekommen: "Wie wichtig ist ein MBA denn nun wirklich, wenn man es ganz nach oben, vielleicht sogar bis an die Spitze eines Unternehmens schaffen will?"

Die Antwort, die man auf eine solche Frage seriöserweise geben muss, könnte auch von Radio Eriwan stammen. Im Prinzip ist ein MBA in der heutigen Zeit praktisch unerlässlich, wenn man eine Top-Management-Karriere im Sinn hat. Aber...

Allerdings sollte der Antwortgeber in diesem Zusammenhang unbedingt berücksichtigen, dass das Thema von Region zu Region sowie von Berufsgruppe zu Berufsgruppe unterschiedlich gehandhabt wird, so dass eine aus Sicht des Fragestellers eindeutig erscheinende Antwort letztlich überhaupt nicht formuliert werden kann. Es gibt hier keine letztgültige, allgemeine Anwort.

In den Vereinigten Staaten beispielsweise, wo der Master of Business Administration bereits seit etlichen Jahren zu den "must haves" eines Nachwuchs-Managers gehört, ist der Name der Business-School, an der man das MBA-Programm absolviert hat, von größter und damit durchaus entscheidender Bedeutung.

Einer amerikanischen Nachwuchs-Führungskraft wäre demnach immer zu raten: "Machen Sie auf jeden Fall Ihren MBA, allerdings bitte ausschließlich an einer der richtigen Business Schools."

Etwas anders ist die Situation in Deutschland. Hier gilt der MBA als "nice thing to have", da die drei Buchstaben aus Sicht vieler Unternehmensentscheider für eine gewisse Internationalität stehen, so dass man auch hierzulande mit dem Absolvieren eines MBA-Programms nicht wirklich etwas falsch machen kann. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten hinterfragt man hierzulande unabhängig davon, an welcher Universität ein MBA-Programm durchlaufen worden ist, ob ein MBA vor dem Hintergrund des zuvor absolvierten Studiums auch wirklich Sinn macht.

Dabei ist in Deutschland beispielsweise auch einem Wirtschaftswissenschaftler zu einem MBA zu raten, da man durch das Absolvieren eines solchen Programms die Chance hat, das im Studium Gelernte in einer Post-Graduate-Phase an praktischen Beispielen vernetzt zu vertiefen. Es ist ja gerade das besondere des MBA-Programms, die vorhandenen Inhalte interaktiv und anhand meist realer Beispiele anzuwenden, beziehungsweise zu vertiefen. Es geht um einen Wissenstransfer in einem international Rahmen.

Komplett anders stellt sich die Situation für einen aufstiegswilligen Ingenieur dar. Hier haben wir in Deutschland den durchaus eindeutigen Trend, dass man immer öfter auf den früher üblichen Dr. Ing verzichtet und sich statt dessen für das Durchlaufen eines MBA-Programms entscheidet, wenn denn eine CEO-Karriere angestrebt wird.

Hubertus Graf Douglas, 54, leitet als Managing Director von Frankfurt aus das Deutschlandgeschäft der Personalberatung Korn/Ferry mit 20 Beratern. Zuvor arbeitete er 16 Jahre lang für den MAN-Konzern im Ausland. Mit einem Umsatz von 638 Millionen US-Dollar und 485 Beratern ist Korn/Ferry weltweit Nr.1 im Executive Search.

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