ESCP-EAP
Paneuropäisches Durcheinander

In Berlin will die ESCP-EAP den Europa-Manager ausbilden. Doch der Markt hat Schwierigkeiten, das Angebot zu verstehen: Interview mit Prof. Dr. Herwig Haase, Rektor der ESCP-EAP Berlin.

Herr Professor Haase, der Markt hat einige Schwierigkeiten zu verstehen, was die ESCP-EAP eigentlich ist. Eine Schule, fünf Standorte - wer hat da eigentlich das Sagen?

Die ESCP-EAP European School of Management bietet inhaltlich abgestimmte, mehrsprachige und länderübergreifende, d.h. transnationale, Programme für multinational zusammengesetzte Promotionen an: Einerseits nutzen wir die europäische Vielfalt der Hochschultraditionen, Kulturen und Arbeitswelten zum innovativen Erfahrungsaustausch. Andererseits bedarf es einer gemeinsamen Führung durch die Rektoren der europäischen Standorte unter der Aufsicht eines Europäischen Beirats, dem Vertreter der Wirtschaft, der IHK Paris (CCIP) und des Berliner Senats angehören. Das "Sagen" haben unsere Kunden, hat der Markt! Sehr konkret: Als Rektor der ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule Berlin bin ich unserem gemeinnützigen Verein, der das Budget beschließt, sowie dem Senat von Berlin verantwortlich, der mit der staatlichen Anerkennung die Fachaufsicht nach deutschem Recht ausübt.

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Nehmen wir Ihr (grundständiges) Wirtschaftsstudium, das Sie auch in Berlin anbieten: Wie stark ist da das Konzept von Paris aus vorgegeben? Wie stark der "Berliner Anteil"?

Die Studierenden schließen den europäischen Hauptstudiengang "Internationale Betriebswirtschaftslehre" nach Studien in Paris, London und Berlin mit 3 Diplomen ab: "Diplomkaufmann/ -frau", "Diplôme de Grande Ecole" und "Master of Science" der City University London. Dadurch wird deutlich, dass der "ESCP-EAP European Master in Management" in seiner Gesamtheit entsprechend den europäischen Regelungen vom französischen Erziehungsministerium, einem deutschen Länderhochschulministerium und einer britischen Universität anerkannt ist. Praktisch umgesetzt werden die Anforderungen durch eine gemeinsame Prüfungs- und Studienkommission sowie die inhaltliche Kooperation der Lehrenden in diesem Programm. Dabei erfolgt die Qualitätssicherung durch interne und externe Evaluationen, wobei hier die Deutsch-Französische Hochschule sowie die internationale Hochschulakkreditierung durch AACSB und efmd (EQUIS) erwähnt seien.

Noch unverständlicher ist Ihr MBA-Angebot. Da gibt es einen Vollzeit-MBA, der nur in Paris angeboten wird, einen Executive MBA, der nach dem gleichen Prinzip der fünf Standorte läuft, und zusätzlich einen Central European MBA nur in Berlin. Wer soll das verstehen? Handelt es sich hier um drei ganz verschiedene Konzepte, oder gibt es im Grunde nur einen ESCP-EAP-MBA, der auch das Gütesiegel der Akkreditierungsorganisationen trägt?

Unser Weiterbildungsangebot - spezielle Master- und Firmenprogramme wären hier noch zu nennen - hat sich entsprechend der Marktnachfrage entwickelt. Die genannten 3 MBA-Programme sind jeweils AMBA-akkreditiert und unterscheiden sich nach der zeitlichen Inanspruchnahme (Voll-/Teilzeit). International zusammengesetzt und gerankt - die beiden erstgenannten in der "Financial Times" -, werden sie ebenso an verschiedenen Standorten unserer Business School durchgeführt wie durch die Alumni-Organisation vernetzt.

Die Viadrina in Frankfurt/Oder bietet einen MBA an, der Ihrem Central European MBA ähnelt. Wo sehen Sie im Vergleich Ihre Stärken?

Mit der Viadrina verbinden uns viele gemeinsame Aktivitäten. Trotz ähnlicher Zielgruppen zeichnet sich unser CeMBA durch andere Merkmale aus. Zum einen wird dieser AMBA-akkreditierte und staatlich anerkannte MBA für zentraleuropäische Führungskräfte seit 1995 zusammen mit den Wirtschaftsuniversitäten in Bratislava, Posen und Prag sowie den Universitäten in Budapest und Tartu durchgeführt. So erfolgt das erste Jahr berufsbegleitend an der Partneruniversität. Das zweite Jahr beginnt mit einem Praktikum in einem deutschen Unternehmen und schließt mit einem 5-monatigen Vollzeitstudium - mit einer Pariser Studienreise - in Berlin ab. Darüber hinaus werden die Teilnehmer durch Stipendien der gemeinnützigen Hertie-Stiftung sowie private Spenden - so des Rotary Clubs Berlin-Luftbrücke - ebenso unterstützt wie durch niedrige Studiengebühren (2 900 Euro).

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