Executive Education an den Top-Business Schools
Die weltweiten Bestseller

Ein gutes Programm ist eines, das am Markt dauerhaft Erfolg hat. Mit dieser simplen Leitlinie ging das Handelsblatt auf Weltreise zu den besten Business Schools.

Auch auf dem Markt für Manager- Fortbildungsprogramme ist das Angebot mittlerweile so unübersichtlich, dass kein Normalsterblicher dies noch überschauen könnte. Die Situation ähnelt dem Markt der Sprachkurse: Auch hier versprechen alle, dass man ganz schnell ganz gut Englisch lernt, aber in Wahrheit sind eben nicht alle Sprachkurse gleich gut.

In der internationalen Business School-Welt gilt die Regel: Eine Schule, die ein gutes MBA-Programm hat, ist auch im Executive Education-Bereich gut. Wie bei allen goldenen Regeln gibt es Ausnahmen, aber als erster Filter funktioniert diese Richtschnur leidlich gut.

Nun sind natürlich auch nicht alle Programmangebote ein und derselben Business Schools gleich gut. Auch an einer Top-Schule gibt es gute und weniger gute Professoren und Dozenten und bessere und schlechtere Programme. Aber das werden sie einem Interessenten kaum auf die Nase binden.

So kann man sich einer Qualitätsauswahl nur versuchsweise nähern. Das Handelsblatt versuchte diese Hypothese: Wenn eine Business School ein Programm schon seit mehreren Jahren erfolgreich durchführt, gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass es die Zufriedenheit der Teilnehmer gefunden hat und in den verschiedenen Durchläufen immer weiter verbessert worden ist.

Diesem Gedankengang folgend fragten wir eine Reihe von führenden Business Schools nach ihren erfolgreichsten Programmen. Natürlich ist eine solche "Bestseller-Liste" nicht wirklich objektiv, und die eine oder andere Schule mag auch der Marketingversuchung erlegen sein, nicht ihre besten Programme zu präsentieren, sondern die, die sich am liebsten verkaufen möchte. Aber zumindest eine Hilfestellung ist es schon.

Peter Lorange, scheidender Präsident des IMD in Lausanne, das viele für den besten Executive Education-Anbieter in Europa halten, bezeichnet drei relativ lange Programme als IMD-Bestseller: das sich aus fünf jeweils fünfwöchigen Blöcken zusammensetzende "Program for Executive Development", eine Art "Mini-MBA", das dreiwöchige "Managing Corporate Resources" für Abteilungsleiter, Länderchef und ähnliche Manager auf der mittleren Hierarchieebene und das zweiwöchige "Breakthrough Program for Senior Manager" für Manager, die es fast bis ganz an die Spitze ihres Unternehmens geschafft haben.

Interessant ist der direkte Vergleich mit den Bestsellern der französischen Top-Schule Insead, dem wahrscheinlichst direktesten IMD-Konkurrenten. Die in Fontainebleau und Singapur beheimatete Business School nennt "Finance for Executives", "The Leadership Transition" und "Competitive Strategy" als ihre "populärsten" Executive Education-Programme.

An der London Business School, der dritten europäischen Top-Schule, sind einige Bestseller fast schon "Evergreens". "Das Programm "Human Resource Strategy in Tranforming Organisations" bieten wir erfolgreich seit 1988 an", erklärt Programmdirektorin Professor Lynda Gratton. "Und das mit mehr als vierzig Teilnehmern zweimal pro Jahr". Für das "innovative Leadership-Programm Proteus" gibt es eine Warteliste und auch hier denkt die Schule über einen zweiten Programmdurchlauf pro Jahr nach. Die entsprechende Entscheidung ist für "The Essentials of Leadership" bereits gefallen: "Wir werden das Programm in Zukunft vier- statt bislang dreimal pro Jahr durchführen", erklärt Programmdirektor Professor Rob Goffee.

Auch die Said Business School der Universität Oxford, die auch die Templeton-Programme übernahm und weiter führt, kann auf die langjährige Akzeptanz einiger ihrer Programme verweisen. Bereits im 25. Jahr und zum 50. Mal wird das fünftägige "Oxford Strategic Leadership Programme" durchgeführt und auch "The Oxford Programme on Negotiation" darf als sehr etabliertes Angebot gelten. Jüngeren Datums ist ein Programm, das sich an Manager wendet, die sich dem Ende ihrer Karriere nähern. "What Next?" hilft die Frage zu beantworten, ob es ein berufliches Leben nach dem Berufsleben gibt, etwa als Aufsichtsratsmitglied, bei gemeinnützigen Organisationen etc.

Einen etwas anderen Ansatz scheint die spanische Top-Schule Iese (Barcelona/Madrid) zu verfolgen. "Wir sehen eine wachsende Nachfrage nach kurzenProgrammen, die darauf ausgerichtet sind, sich mit speziellen Problemen unserer Kunden zu beschäftigen", erklärt Professor Mike Rosenberg, Director International Executive Education. "Das können neue Leadership-Ideen sein, aber auch neue Märkte oder neue Technologien."

Entsprechend ist auch die Auswahl der Iese-Bestseller: "Getting Things Done", das die Frage der Strategieumsetzung in den Vordergrund stellt, "New Technology Playgrounds" und "Inside India", das Iese zusammen mit der Indian School of Business auf den Markt gebracht hat.

Natürlich sind auch die US-amerikanischen Business Schools immer für neue Programmideen gut. Dass sie diese gleich als ihre "populärsten" Programme beschreiben, erstaunt etwas.

Während Stanford mit den spezialisierten Programmen "Product Management", "BioExecutive Institute" und dem "CIO Institute" punktet, promotet die Top-Schule Tuck ihr "Global Leaders Program for Women", eines der wenige Programme, das sich an Top-Managerinnen wendet.

Die Kellogg School of Management in Chicago, eine der Marketing-Hochburgen unter den US-Schulen, nennt "Strategic Marketing Communications" und "Business Marketing Strategy" als zwei ihrer erfolgreichsten Programme.

Ihre Stärken spielt auch die Sloan School of Management am MIT, der wohl besten Technischen Hochschule der Welt, aus. "Wir sehen uns als führend bei Management-Fragen für technologiegetriebene Innovationen an", sagt Rochelle Weichmann, Executive Director of Executive Education.

Sowohl Bewährtes als auch Neues schickt Duke in's Rennen. Ein Klassiker ist das "Duke Leadership Program", neu das "Climate Change Leadership Program", das es Managern ermöglichen soll, das Marktpotenzial zu verstehen, das im Klimawandel liegt (!).

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