Executive-MBA-Programme sind keinesfalls immer die beste Lösung
Nicht für jede Karriere

Neben der Nachfrage des Marktes gab es für die Business Schools dabei oft auch einen Grund, über den man nicht gerne spricht: Für die Schulen sind die Margen bei berufsbegleitenden Programmen in der Regel deutlich höher als bei Vollzeit-Programmen. Im Übrigen ist dies im Umkehrschluss auch ein Grund, warum man bei Anbietern, die überhaupt nur einen Teilzeit-MBA anbieten, doppelt vorsichtig sein sollte.

Aber selbst ein gutes Executive MBA-Programm ist kein Vollzeit-MBA, das nur zeitlich anders aufgeteilt wurde. Zwar rechnen die Schulen gerne vor, dass ein Executive-MBA-Student stundenmäßig genauso viel Zeit im Klassenraum verbringt wie ein Vollzeit-Student, doch geht das an der Realität vorbei.

Allgemein gilt die Regel: Der Vollzeit-MBA-Programm ist etwas für Leute, die das Unternehmen und möglicherweise sogar die ganze Branche wechseln wollen. Der Executive MBA, der oft auch von den Unternehmen (mit-)finanziert wird, ist eher etwas für Leute, die in dem Unternehmen, in dem sie derzeit beschäftigt sind, aufsteigen wollen.

Und für beide Programmtypen gilt: Ein MBA ist ein General Management-Programm, das es Spezialisten ermöglichen soll, aus der Fachkarriere auszubrechen und mit allgemeinen Geschäftsführungsaufgaben betraut zu werden. Alles andere sollte sich nicht MBA nennen.

Die Wahl des Programms ist also im Wesentlichen eine Wahl der Job-Perspektive. Die Handelsblatt-Umfrage unter den wichtigsten deutschen Unternehmen (www.handelsblatt. com/mba-welcome) zeigt, dass die klassischen MBA-Recruiter im Banking und Consulting Absolventen von Vollzeit-Programmen vorziehen. Und wenn das Executive MBA-Programm des Marktführers WHU/Kellogg ein Indiz ist, dann führt ein Executive MBA in Deutschland nicht zum Aufstieg in Großunternehmen, sondern eher in die Geschäftsführung von Mittelständlern und Deutschland-Töchtern ausländischer Unternehmen (siehe Handelsblatt vom 15.4.05).

Deshalb gilt auch bei Executive MBA-Programmen die Regel: Man prüfe vorab, ob das Angebot dieser oder jener Schule überhaupt die Berufsperspektiven bietet, die man sich von seinem MBA erhofft.

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