Executive MBA
Vollzeit oder Teilzeit? Das ist hier die Frage

Die Auswahl des geeigneten Programmtyps sollte verschiedenen Kriterien folgen. Hier einige Nachdenkhilfen und Tipps aus der Praxis.

Der MBA-Studiengang ist der Intention nach ein so genanntes Post-Experience-Programm, das heißt er richtet sich an Interessenten, die in der Regel schon ein grundständiges Studium absolviert haben und vor allem über ausreichend Berufserfahrung verfügen. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, aus welcher Disziplin oder Berufssparte ein Teilnehmer kommt. In der Mehrzahl sind die Teilnehmer an MBA-Programmen Nichtökonomen. Ein Hauptkontingent stellen üblicherweise Ingenieure und Naturwissenschaftler, aber auch Juristen, Mediziner oder Geistes- und Sozialwissenschaftler sind anzutreffen. Auch Ökonomen begeistern sich vermehrt für die Zusatzqualifikation, da sich Fokus und Methodik von MBA-Kursen bei renommierten Anbietern deutlich von grundständigen Studiengängen der Volks- und Betriebswirtschaftslehre unterscheiden.

Wer sich für ein klassisches MBA-Programm bewirbt, sollte wenigstens 24 Jahre alt sein und über zwei Jahre Berufserfahrung verfügen. Hierbei ist tatsächliche Berufserfahrung nach dem Erstabschluss gemeint, nicht etwa Praktika.

Im Durchschnitt ist der deutsche MBA-Bewerber 28 Jahre, hat einen Diplomstudiengang sowie den (Standardtest) GMAT mit mindestens guten Bewertungen absolviert und verfügt über zwei Jahre "post experience". Bewerber aus anderen Bildungssystemen, etwa dem angelsächsischen, sind im Schnitt zwei Jahre jünger, haben einen Bachelor-Abschluss und verfügen über drei Jahre Berufserfahrung.

Die Zielgruppe für den Executive MBA sind Führungskräfte (executives), also Bewerber der oberen Entscheidungsebenen in Unternehmen. Es werden üblicherweise mindestens fünf Jahre Erfahrung in managementnaher Tätigkeit vorausgesetzt. In manchen Executive-Programmen ist auch signifikante Führungserfahrung erforderlich. Nicht selten haben Teilnehmer von EMBA-Programmen zwischen acht und zwölf Jahren Berufserfahrung. Für den EMBA sollten Interessenten wenigstens 30 Jahre alt sein. Hier liegt der Durchschnitt der deutschen Bewerber bei 35 Jahren.

Es gibt auch MBA-Programme für Hochschulabsolventen ohne jegliche Berufserfahrung. Damit wird die ursprüngliche Intention des MBA ad-Studienganges absurdum geführt. Lehrinhalte und Methoden sind in MBA-Programmen fundamental auf den interaktiven Erfahrungsaustausch der Teilnehmer im Unterricht sowie in den Arbeitsgruppen ausgerichtet. Qualität und Lernerfolg stehen und fallen mit dem Mix von Teilnehmerprofilen (Alter, Länge und Art der Berufserfahrung, Fachrichtung der Erstausbildung, kulturübergreifende Erfahrungen etc.). Ein E/MBA-Programm ist daher kein Aufbaustudiengang für unerfahrene Hochschulabsolventen, sondern lebt von der Vielfalt an Persönlichkeiten, Ausbildungen und Erfahrungen. Hier sollte man sich sorgfältig informieren und die Programme vergleichen.

Der Unterschied im Teilnehmerprofil führt auch zu einer unterschiedlichen Schwerpunktsetzung bei den Kursen. In EMBA-Programmen sind Kursinhalte und Methoden stark auf die typischen Aufgaben- und Problemstellungen international agierender Führungskräfte zugeschnitten und stark lösungsorientiert, während bei Junior-Programmen wegen der weniger erfahrenen Teilnehmer zunächst die Aufgabenund Problemstellungen im Managementbereich herausgearbeitet und generische Lösungsansätze abgeleitet werden müssen.

Tipps:

1. Sie sollten sich nicht für ein MBA-Programm bewerben, wenn Ihre berufliche Erfahrung ausschließlich aus Praktika stammt, die Sie vor, während oder direkt nach dem universitären Erstabschluss absolviert haben. Auch ein Promotionsstudium mit der üblichen Lehrstuhltätigkeit eines Doktoranden stellt üblicherweise nicht die gewünschte Art von Berufserfahrung dar.

2. Sie sollten sich nicht für ein Executive MBA-Programm bewerben, wenn Sie unter 30 sind und keinen für Ihr Alter herausragenden beruflichen Werdegang haben.

3. Prüfen Sie, ob ein für Sie interessantes Programm tatsächlich berufserfahrene Teilnehmer aus unterschiedlichen Fachrichtungen sowie Branchen gewinnen kann. Fragen Sie aktuelle Teilnehmer und nehmen Sie als Gast am Unterricht teil.

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