Handelsblatt-MBA-Stipendiat Clas Neumann
"Wenig Schlaf für Insead"

Das Handelsblatt hatte im vergangenen Jahr den mit 85 000 Euro höchst dotierten MBA-Wettbewerb in Deutschland ausgeschrieben. Sieger Clas Neumann, 38, Indien-Chef von SAP, macht seit sechs Monaten einen berufsbegleitenden Executive MBA am Insead in Singapur.

Sie nehmen jetzt seit fast sechs Monaten das INSEAD EMBA-Programm teil. Wenn Sie eine Zwischenbilanz ziehen, welches sind Ihre Erfahrungen?


Ich bin begeistert von der Professionalität der Organisation und über die exzellenten Vorlesungen. Es macht Spaß, mit den absoluten Kapazitäten in den jeweiligen Fachgebieten zu diskutieren und zu lernen - zusammen mit Managern aus 26 Nationen und den verschiedenen Branchen.
Der Wissenszuwachs ist sicherlich immens - außerdem ist es für mich der richtige Zeitpunkt, nach zehn Jahren im Job auch das theoretische Wissen wieder auf den neuesten Stand zu bringen.

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Und was gefällt Ihnen nicht so gut?


Ich könnte das Programm nicht besser gestalten. Ein Nachteil ist sicherlich die lange Anreise von Indien nach Singapur jeden Monat.

Wie kommen Sie mit der zeitlichen Belastung zurecht?
Die zeitliche Belastung ist sehr hoch. 14 Wochen auf dem Campus in 15 Monaten ist mit einem Job in leitender Verantwortung und der Familie kaum in Einklang zu bringen. Offen gestanden hatte ich das etwas unterschätzt. Ich nutze vornehmlich die Nachtstunden, um mich zu Hause auf die Module vorzubereiten oder die Essays zu den diversen Themen zu schreiben. Gleichzeitig ist es unvermeidlich, dass ich auch mal während eines Moduls eine halbe Nacht in einer Videokonferenz mit dem SAP-Hauptsitz Walldorf bin. Die letzten Monate sind für mich sicherlich von Schlafdefiziten gekennzeichnet - den Familienurlaub im Sommer macht die Familie ohne mich.

Inwieweit können Sie die Dinge, die Sie in dem Programm lernen, in Ihrer Berufspraxis umsetzen?
Die Umsetzung in die berufliche Praxis ist von Insead nicht nur erwünscht, sondern auch Teil des Programms. So müssen wir immer wieder mal so genannte Implementation Essays schreiben, um darzustellen, wie wir theoretisches Wissen in unserem Verantwortungsbereich einsetzen. Außerdem gibt es ein "Executive Exchange Program" und gemeinsame Projekte mit anderen Insead EMBA-Studenten, um von den Kommilitonen zu lernen. Persönlich mache ich bereits jetzt ein paar Dinge anders, als ich sie vielleicht vor einem Jahr noch gemacht hätte.

Der Insead EMBA kostet 85 000 Euro. Diese müssen Sie als Handelsblatt-Stipendiat nicht selbst bezahlen. Aber wenn Sie es müssten: Ist das Programm das Geld wert?

Ja - auf jeden Fall. Natürlich ist es schwer, den persönlichen Wert eines Programms in Euro aufzuwiegen - es sei denn, man bekäme nach Abschluss sofort eine entsprechende Gehaltserhöhung. Aber ich bin davon überzeugt, dass mir das Programm für meinen beruflichen Werdegang und in meiner persönlichen Entwicklung entscheidend hilft.

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