Handelsblatt-Umfrage
Wo steht der deutsche MBA-Markt?

Stagnierende Nachfrage im Inland, mehr Bewerber aus dem Ausland. Und haufenweise Luschen. Eine Handelsblatt-Umfrage unter den Top-Anbietern im deutschsprachigen Raum.

Die Zahlen der US-Business Schools machen es ganz deutlich: Deutschland ist nach Indien das größte Export-Land von MBA-Studenten. Damit soll Schluss sein.“

Was Professor Lars Schweizer, Akademischer Direktor des geplanten Fulltime-MBA-Programms der Goethe Business School (Uni Frankfurt), über den deutschen MBA-Markt sagt, könnte auch als Schlachtruf gelten. Das MBA-Entwicklungsland Deutschland will endlich an die internationalen Standards anschließen. Wer einen „richtigen“ MBA machen will, soll das auch hierzulande tun können.

Doch die Gruppe der MBA-Anbieter auf dem deutschsprachigen Markt, die solche Versprechungen einzulösen vermögen, ist – leider – sehr überschaubar. Zwar gibt es über 120 Programme, die sich hierzulande MBA nennen, doch nur ein Dutzend davon, kann internationalen Qualitätsstandards standhalten. „Es gibt eine große Zahl von nationalen Anbietern, von denen die meisten von mehr als zweifelhafter Qualität sind“, bedauert Professor Jürgen Weigand, MBA-Chef an der WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar. „Es gilt, zweifelhafte Angebote, die oft umetikettierte Master-Studiengänge oder sogar nichts anderes als mehrere Wochen dauernde Weiterbildungskurse sind, von den Programmen zu differenzieren, die das Label „MBA“ auch tatsächlich verdienen und die Merkmale vereinen, die eine internationale Konkurrenzfähigkeit erst ermöglichen“ unterstreicht auch Professor Christian Homburg, Chef der Mannheim Business School.

So kann nur ein Dutzend Anbieter auf dem deutschsprachigen MBA-Markt für sich in Anspruch nehmen, „richtige“ MBA-Programme auf internationalem Qualitätsnivau anzubieten. Denn nur ESCP-EAP (Berlin), Gisma Business School (Hannover), Goethe Business School (Uni Frankfurt), HHL Leipzig, Mannheim Business School (Uni Mannheim), Universität St. Gallen (HSG) und WHU haben eine der beiden international maßgeblichen Akkredierungen durch AACSB oder EFMD (equis). Aber selbst für sie ist der Markt nach wie vor nicht einfach, wie eine Handelsblatt-Umfrage zeigt.

Ein besonderes Problem scheint, dass deutsche MBA-Interessenten weiterhin eher an eine ausländische Business School gehen. „Die Inlandsnachfrage entwickelt sich nur schleppend nach oben. Die Zahl der deutschen MBA-Bewerber nimmt zu, aber nur sehr langsam“, berichtet WHU-Mann Weigand.

„Die Nachfrage wird erst dann weiter steigen, wenn noch mehr mittelständische Unternehmen, die mehr und mehr global denken und handeln müssen, erkennen, welche Vorteile es ihnen bringt, Young Professionals einzustellen, die international geprägtes Management-Wissen mitbringen“, glaubt auch Anette Tronnier, Geschäftsführerin der Gisma Business School in Hannover.

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