Hochschulen positionieren sich
Die Konkurrenz wird europäisch

Es ist so etwas wie ein französischer Paukenschlag mit europaweitem Nachhall: Anfang Februar gaben zwei der großen französischen Elite-Hochschulen (Grandes Écoles) bekannt, in Zukunft ihre Kräfte im Bereich Wirtschafts- und Finanzwissenschaften bündeln zu wollen.

Die Wirtschaftshochschule HEC Paris und die Ingenieurhochschule Ecole Polytechnique gründen dazu in Paris das Institut d'Economie et Finance, das sie sich als Exzellenzzentrum mit internationaler Anziehungskraft vorstellen. Ihr Ziel: Die besten Studenten, Forscher und Wissenschaftler sollen demnächst in Paris arbeiten (siehe auch Interview mit HEC-Chef Bernard Ramanantsoa nächste Seite). Schon ab Herbst will das Insefi ein eigenes englischsprachiges Master-Programm anbieten.



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Zu verstehen, was hier passiert, ist für Deutsche, die Frankreich nur vage kennen, nicht leicht. HEC und École Polytechnique sind keine x-beliebigen französischen Hochschulen. Zusammen mit nur zwei, drei anderen Grandes Écoles stellen sie die Spitze des französischen Hochschulsystems dar; hierher stammt die Entscheiderelite Frankreichs. Und Absolvent einer dieser hoch selektiven Grandes Écoles zu sein, bedeutet auch, in ein lebenslanges Netzwerk mit ausgesprochenem Korpsgeist einzutreten.

Darum ist die Gründung des Insefi nicht nur ein Gemeinschaftsprojekt zweier Hochschulen. Es ist viel mehr - um einen deutschen Vergleich zu finden - von ähnlicher Dimension als wenn die Technische Universität München und die Ludwig-Maximilians-Universität München ihre Kräfte bündeln würden. Hier mussten zwei über ihren Schatten springen und sich ihren Stolz verkneifen. Der Hintergrund ist klar: Was im Jargon der EU-Politik Bologna-Prozess heißt, also die europaweite Vereinheitlichung der unterschiedlichen nationalen Hochschulsysteme auf das Bachelor-/Master-Prinzip, führt demnächst auch zu einem europaweiten Wettbewerb der Hochschulen um die besten Talente.

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