In den USA entscheiden Platzierungen über das Schicksal von Business Schools – und das ihrer Chefs
Rankings schaffen Realitäten

Es soll Business-School-Chefs in den USA geben, die wegen des schlechten Abschneidens ihrer Schule in einem der einflussreichen MBA-Rankings ihren Job verloren haben. Gefeuert wegen einer schlechten Platzierung auf der Business School-Rangliste. Wenn es auch nicht immer so dramatisch zugeht, ein schlechter Platz bei "Business Week", "Wall Street Journal" oder "Financial Times" bedeutet immer auch einen schlechten Tag für den Dean - mit vielen Fragen von Board-Mitgliedern, Geldgebern und nicht zuletzt den zahlenden MBA-Studenten.

Denn wie umstritten sie auch sein mögen, die Rankings schaffen Realitäten. Sie bringen die besten (und die zahlungskräftigsten) MBA-Interessenten zu den Schulen auf den vorderen Plätzen. Und die Absolventen dieser Schulen bekommen dann auch die höchsten Gehälter.

Gleichwohl gibt es nicht so etwas wie die beste US-amerikanische Business School, eine Position die lange Jahre die Harvard Business School für sich beanspruchen konnte. Vergleicht man die maßgeblichen Rankings untereinander und über die Jahre, so zeigen sich durchaus Fluktuationen auf den vorderen Positionen.

Aber auch ein anderes Ergebnis fördern solche Vergleiche zutage: Über die Spitzengruppe der fünf bis sieben besten US-amerikanischen Business Schools herrscht weitgehend Einigkeit. Dies ist eine Botschaft, die auch für Deutsche, die sich für ein MBA-Studium in den USA interessieren, von Bedeutung ist: Wer an eine der Top-Schulen will, der schaue sich Chicago, Columbia, Harvard, Kellogg, Stanford, Tuck und Wharton genauer an.

Natürlich sollte nicht (nur) die Ranking-Platzierung für die Wahl einer Business School ausschlaggebend sein. Worauf es letztlich ankommt, ist, dass Schule, Programm und Student zusammenpassen.

Wer mit einem teamorientierten Ansatz besser klar kommt als mit einem stark auf Wettbewerb ausgerichteten, der ist etwa in Kellogg besser aufgehoben als an der Harvard Business School. Wer es mit komplizierten mathematischen Modellen nicht so hat, der sollte vielleicht nicht gerade an die Chicago Graduate School of Business gehen. Und wer die Riesenstadt New York nur für einige Tage aushält, der ist vielleicht an der Tuck School im abgeschiedenen Hanover, New Hamshire, glücklicher.

Und eine weitere Orientierungshilfe bieten die maßgeblichen Rankings. Es muss nicht immer eine Business School der allerersten Liga sein. Aber eine Schule, die nicht unter die Top 50 kommt, sollte man ausschließen, es sei denn, es sprächen sehr gute persönliche Gründe für sie. Denn was zählt, ist nicht der Abschluss MBA, sondern der Abschluss dieser oder jener Schule. Und eine Schule, die den Rankings unbekannt ist, kennt auch kein Personaler, der über die Einstellung entscheidet.

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