Internationalisierungsanstrengungen in Mailand
Ist Bocconi zu italienisch?

Professor Maurizio Dallocchio wehrt sich gegen Vorwürfe, die Mailänder Business School Bocconi SDA sei nicht international genug.

Bocconi SDA ist ohne Zweifel die führende italienische Business School und ihr MBA-Programm das einzige, das auf internationalem Niveau mithalten kann. Trotzdem gibt es immer wieder Klagen, Bocconi sei „zu italienisch“ und nicht international genug.

Das ist das alte Lied, das unseren Internationalisierungsanstrengungen vorausging. Bocconi bietet heute, neben dem MBA, eine ganze Reihe von englischsprachigen Master-Programmen an. Der Anteil nicht-italienischer Studenten in diesen englischsprachigen Programmen liegt immer bei über 80 Prozent, und es gibt 20 bis 30 Prozent ausländische Professoren, je nach Programm. Im letzten Jahr haben wir aktiv international Dozenten rekrutiert, auch auf den entsprechenden Job-Messen in den USA. Auch ein Gutteil unserer italienischen Dozenten und Professoren haben ihren Doktor (Ph.D.) im Ausland gemacht, so dass man sagen kann, sie seien italienisch von ihrer Nationalität her, aber international von ihrer Kultur. Und was das MBA-Programm anbelangt, haben wir jedes Jahr 25 bis 30 verschiedene Nationalitäten unter den 70 Teilnehmern – und nur 10 Prozent Italiener!

Trotzdem beklagen sich die MBA-Studenten immer wieder, Bocconi unternehme nicht genügend Anstrengungen, die Schule international zu promoten und ausreichend Kontakte zu nicht-italienischen Unternehmen herzustellen.

Wir stehen anderen international wichtigen Business Schools bei Investitionen in Promotion in nichts nach. Im Zeitraum September 2004 bis April 2005 etwa sind wir allein in 45 Städten rund um den Globus präsent. Wir entwickeln ein starkes Netzwerk von sehr aktiven Alumni-Clubs in New York, London, Athen oder São Paulo, die dazu beitragen, unseren Brand bekannter zu machen. Was die Unternehmen anbelangt, vielleicht nur dies: Der wichtigste Recruiter an unserer Schule ist Johnson & Johnson, der MBA-Absolventen für Jobs weltweit einstellt. In diesem Jahr allein schickten sie unsere Absolventen nach Dubai, Großbritannien, Italien und Deutschland. Eine ganze Reihe anderer Unternehmen schaut auf unsere Absolventen für Jobs in Europa, darunter Roland Berger, GE, DHL, Lehman Brothers und Porsche.

Wie sieht es in Italien aus? Wie schwierig ist es für Ihre nicht-italienischen Absolventen, bei den führenden italienischen Unternehmen einen Job zu finden?

Das ist überhaupt kein Problem. Das einzige Hindernis könnten die Sprachkenntnisse sein, da Italienisch immer noch Voraussetzung sogar bei internationalen Positionen in italienischen Unternehmen ist. Etwa ein Fünftel unserer ausländischen MBA-Absolventen bleibt nach dem Studium in Italien.

Ein anderer guter Grund, seinen MBA in Mailand zu machen, könnte die Mode- und Luxusgüterindustrie sein. Wie stark ist Bocconi hier?

Wir haben hier wirklich sehr gute Beziehungen. Unsere multidisziplinäre Abteilung Sistema Moda arbeitet seit fünfzehn Jahren über diesen Bereich und hat eine ganze Palette an Executive-Education-Programmen entwickelt. Wir haben uns sogar entschlossen, ein eigenes Master-Programm aufzulegen, den Master in „fashion, experience and design management (MAFED)“. Mit ESSEC Paris werden wir Programme für Mode-Manager an der Shanghai-Fudan-Universität entwickeln und ein Euro-Chinese Fashion Management Centre in Shanghai aufbauen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%