Interview
Großer Umbau in Mannheim

Die Mannheim Business School hat sich mit ihren MBA-Programmen, insbesondere dem „European MBA“, den sie in Kooperation mit der französischen ESSEC Business School (Paris) anbietet, erfolgreich am Markt etablieren können. Doch das reicht ihr nicht. Mit einem völlig veränderten „Mannheim MBA“ will sie nun auf eigenen Füßen stehen. Das Handelsblatt fühlte Professor Christian Homburg, Präsident der Mannheim Business School, auf den Zahn.

Die Mannheim Business School geht mit einem angeblich völlig neuen „Mannheim-MBA“ an den Markt. Die Möglichkeit, Teile Ihres MBA-Programms an einer ausländischen Business School zu absolvieren, gab es doch bislang auch. Was ist daran wirklich neu?

Aufbauend auf unserem Erfolgsprodukt „European MBA“ haben wir ein Programm entwickelt, das noch globaler ausgerichtet ist und jedem Studierenden die Möglichkeit bietet, es entsprechend seinen individuellen Interessen und Karrierezielen zu gestalten. So kann der Studiengang künftig in vier internationalen Varianten, dem German, dem Eurasian, dem Transatlantic und dem European Track, absolviert werden.

Mit dem German Track wird es erstmals auch die Möglichkeit geben, das komplette Programm in Mannheim zu absolvieren. Darüber hinaus haben wir eine Menge kleinerer Veränderungen vorgenommen, beispielsweise das Angebot an Soft-Skill-Kursen deutlich erhöht. Kurzum: Es ist – wie schon der „European MBA“ - kein „One-for-all“-MBA, sondern ein maßgeschneidertes Produkt für jeden Teilnehmer.

Bedeutetet Ihr à la carte-MBA aber nicht auch, dass Ihr MBA für den Markt, insbesondere auch Recruiter, kaum noch verständlich ist? Wenn Ihre MBA-Studenten an neuen unterschiedlichen Hochschulen/Business Schools studieren und dazu noch aus einem Dutzend Wahlpflichtfächern (electives) ihr MBA-Programm zusammen stellen können, gibt es ja kaum noch gemeinsame Erfahrungen. Die machen aber doch die „halbe Miete“ in einem MBA-Programm aus.

Zunächst zum zweiten Teil Ihrer Frage: Da in drei der vier Tracks drei Quartale in Mannheim absolviert werden, verbringen unsere Studierenden sogar noch mehr Zeit als bisher gemeinsam in Kursen. Die Auslandsoptionen bieten zudem die Chance, das persönliche Netzwerk zu erweitern. Man denke nur daran, wie wertvoll die Kontakte für einen Teilnehmer sind, der ein Quartal an der CEIBS in Shanghai verbringt und seine berufliche Zukunft auch in diesem Wirtschaftsraum sieht.

Zum ersten Teil: Wir stehen mit sehr vielen Unternehmensvertretern in Kontakt und gewinnen in solchen Gesprächen den Eindruck, dass diese sehr genau wissen, was sie von Mannheimer MBA-Absolventen erwarten können: Nämlich sehr gut und international ausgebildete Experten mit Führungspotenzial.

Der „European MBA“, der jetzt nur noch eine Option des „Mannheim MBA“ darstellt, war seinerzeit zusammen mit der französischen Business School ESSEC konzipiert worden. An der Konzeption des „Mannheim MBA“ war ESSEC nun nicht mehr beteiligt. Das fanden die Franzosen sicherlich nicht so charmant.

Als wir das Programm 2002 gemeinsam mit der ESSEC und übrigens auch mit der britischen Warwick Business School ins Leben gerufen haben, war bereits klar, dass die Struktur des European MBA nicht auf Ewig in Stein gemeißelt sein wird und wir mittelfristig auch einen wirklich eigenständigen MBA auf die Beine stellen werden.

Das ist nun mit dem Mannheim MBA geschehen. Dieser Schritt war auch mit der ESSEC so vereinbart gewesen und hat demnach zu keinerlei Verstimmungen geführt. Die ESSEC hat durch die neue Struktur sogar den Vorteil, während des gesamten Jahres ihre Austauschstudierenden nach Mannheim zu schicken, was bisher nicht möglich war.

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