Interview: McKinsey-Deutschland-Chef Frank Mattern
Internationalität ist entscheidend

McKinsey-Deutschland-Chef Frank Mattern mag keine Interviews. Noch weniger mag er persönliche Fragen. Für das Handelsblatt machte er beim Thema MBA eine Ausnahme.

Sie haben ganz normal BWL in Münster studiert und dann an der Wharton School in Philadelphia, einer der Top-Business Schools, Ihren MBA gemacht. Ein ziemlicher Sprung von der westfälischen Provinz in die weite Welt...

Die Wharton School war nicht meine erste Auslandserfahrung. Ich habe vorher mit einem Stipendium der Studienstiftung ein Jahr die London School of Economics besucht. Allerdings ist die LSE auch eine wissenschaftliche Hochschule und keine Business School, in diesem Punkt ist sie der Uni Münster ähnlich.

Was war trotzdem anders?

Die Internationalität. Münster ist ohne Frage eine sehr gute Universität, aber die Studienerfahrung an der LSE ist eine andere. Mit Studenten aus aller Welt zusammenzukommen war für mich eine Erweiterung des Horizonts. In London habe ich beschlossen, nach meinem Abschluss in Münster einen MBA zu machen.

Wenn man es genau nimmt, hätten Sie ja eigentlich gar keinen MBA machen dürfen, fehlte Ihnen doch die notwendige Berufserfahrung.

Das kann man so nicht sagen. Wenn man die Praktika berücksichtigt, die ich während meines Studiums gemacht habe, kam ich auf eineinhalb bis zwei Jahre Berufserfahrung.

Wie sind Sie dann auf Wharton gekommen?

Ich habe mich für ein MBA-Stipendium von Procter & Gamble beworben. Das galt für die USA, dort hatte ich eine Präferenz für die Ostküste. Da habe ich mich bei einem Dutzend Schulen beworben, am Ende war Wharton meine erste Wahl.

Was hat Sie an Wharton am meisten beeindruckt?

Wiederum die Internationalität. Wharton war zu diesem Zeitpunkt eine der internationalsten unter den US-Business Schools, auch wegen des Lauder-Instituts, das ein MBA-Programm mit Sprach- und Kulturstudien kombiniert. Wichtig für mich war auch, dass man sich in Wharton mit Themen befassen konnte, die in Deutschland damals in dieser Form selten angeboten wurden.

Was meinen Sie?

Es war eine konkretere, praxisnahe Ausbildung für die Kapitalmärkte. Die USA waren zu diesem Zeitpunkt bereits viel kapitalmarktorientierter, das prägte auch die Managementkultur.

Wie nah war Wharton wirklich an den US-Kapitalmärkten dran?

Es gab kaum eine US-Business School, die näher an der Wall Street dran war. Viele der Dozenten und Professoren waren parallel an der Wall Street aktiv.

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