Interview mit Dr. Ellen Feldhoff, Director, E.ON Academy, Düsseldorf: Beratungswüste Business School

Interview mit Dr. Ellen Feldhoff, Director, E.ON Academy, Düsseldorf
Beratungswüste Business School

"Persönliche Beratungen der Business Schools gibt es bei den offenen Programmen (open enrollment programs) so gut wie nie. Auch auf Nachfrage erreicht man leider häufig nur Key Accounter, die einem auch nicht mehr sagen, als man aus den Informationsbroschüren schon weiß", sagt Dr. Ellen Feldhoff, Director, E.ON Academy, Düsseldorf.

Frau Dr. Feldhoff, Sie kaufen für den E.ON-Konzern weltweit Managerfortbildungsprogramme ein. Sie sind also für Business Schools potenziell ein guter Kunde. Aber Sie scheinen nicht wirklich zufrieden mit der "Kundenbetreuung". Was vermisssen Sie?



Persönliche Beratungen der Business Schools gibt es bei den offenen Programmen (open enrollment programs) so gut wie nie. Auch auf Nachfrage erreicht man leider häufig nur Key Accounter, die einem auch nicht mehr sagen, als man aus den Informationsbroschüren schon weiß.

Die sie auch nicht mögen...

In den meisten Fällen ist das Angebot der Business Schools bei Open Enrollment-Programmen nicht wirklich klar. Es fehlen ganz einfach differenzierende Informationen über Programminhalte. Die Broschüren sind häufig zu plakativ und zeigen kaum den Unterschied zu anderen Angeboten. Es wird auch nicht wirklich klar, worin der Nutzen eines Programms bestehen soll. Ganz zu schweigen davon, dass man mit allgemeinen Kategorien wie General Management oder Leadership nicht viel anfangen kann. Und Termine sind in Broschüren selten zu finden und Internetauftritte sind öfters schlecht gepflegt.

Bliebe noch der direkte Kontakt zu den Programmverantwortlichen.

Kontakt zur akademischen Programmleitung bekommt man bei offenen Programmen nur selten und wenn dann auch nur mit persönlichen (Vor-)Kontakten.

Auch bei ihren "offenen Programmen" achten die Business Schools auf die Auswahl der Teilnehmer. Stellt nicht schon diese Vorselektion eine Art Qualitätssicherung dar?

Die Business Schools werben oft mit den Job-Titeln der Teilnehmer solcher Programme. Da die Programmqualität zu mehr als der Hälfte von den Teilnehmern abhängt, ist für uns jedoch weitaus entscheidender, von welchen Firmen und aus welchen Branchen die Teilnehmer an diesen Programmen stammen. Eine derartige "Referenzliste" findet man hingegen kaum - höchstens mal ein im Vorfeld abgestimmtes "Testimonial".

Wie steht es um die Nachbereitung?

Keine der Business Schools, mit denen wir zusammen arbeiten, hat es bislang geschafft, uns eine Auswertung des Programms zu übersenden. So bekommen wir eine Bewertung lediglich durch die Befragung unserer eigenen Teilnehmer oder durch hartnäckiges Nachfragen.

Unterscheidet sich die "Behandlung" durch eine der großen, bekannten Business Schools durch eine vielleicht weniger bekannte?

Nein. Nur von dem Profil und der Sensitivität des eingesetzten Key Accounters.

Die Business Schools bekommen bei Ihnen durch die Bank ihr Fett weg. Gibt es keine positiven Ausnahmen?

Doch gibt es - ich war gerade am MIT! (Sloan School of Management)

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