Interview mit Francois Collin, dem Executive Director der CEMS
"Wir sind die Alternative zu den US-Business Schools"

CEMS bietet multinationalen Unternehmen maßgeschneiderte Absolventen

Die Community of European Management Schools (CEMS), 1988 von ESADE, Barcelona, HEC Paris, der Uni Köln und Bocconi, Mailand, begründet, versteht sich als Zusammenschluss der jeweils besten Wirtschaftshochschulen der wichtigsten Länder Europas. Heute gehören dem Netz 17 Hochschulen in Europa sowie 50 Partnerunternehmen an. Studenten der CEMS-Hochschulen können an einem eigenen Master-Programm (CEMS-Master's in International Management) teilnehmen. Das Handelsblatt sprach mit dem neuen CEMS-Executive Director François Collin.

Den CEMS Master's in International Management gibt es jetzt seit geraumer Zeit. Trotzdem haben Sie es nicht geschafft, daraus ein wirkliches Qualitätslabel zu machen.

Collin: CEMS ist 1988 gegründet worden, um die Bekanntheit der Mitgliedshochschulen zu steigern - nicht um eine neue Marke zu schaffen. Aber man kann trotzdem sagen, dass CEMS als ein Qualitätslabel wahrgenommen wird, da bis heute 46 multinationale Unternehmen der Organisation beigetreten sind mit dem erklärten Ziel, unsere Absolventen zu rekrutieren.

Was bietet ein CEMS-Absolvent mehr als ein "normaler" Absolvent einer guten Hochschule?

Collin: Führen wir uns vor Augen, was ein CEMS-Abschluss aussagt: Es ist ein Master-Abschluss in International Management, der gemeinsam von 17 Universitäten in Europa verliehen wird. Es ist ein Diplom, das jährlich nur an 300 Studenten verliehen wird, nach einem spezifischen pan-europäischen Programm und zusätzlich zu dem Diplom ihrer Heimatuniversität. Die Studenten werden auf Grund ihrer akademischen Leistungen ausgewählt, müssen drei europäische Sprachen sprechen, aber auch bestimmte persönliche Qualitäten wie Führungspersönlichkeit, kulturelle Offenheit oder Anpassungsfähigkeit vorweisen.

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Sie verweisen immer wieder auf das große Interesse der Mitgliedsunternehmen an CEMS-Absolventen. Heißt das, dass CEMS im Wesentlichen ein Rekrutierungsservice für die Mitgliedsunternehmen ist?

Collin: Einer der wichtigsten Daseinsgründe für CEMS ist zweifelsohne, den Unternehmen zu dienen. Und die Unterstützung bei der Rekrutierung ist ein Schlüsselservice, da wir exzellente Jungmanager nach den Bedürfnissen der Unternehmen ausbilden. Aber als Hochschul-Allianz dient CEMS auch der Internationalisierungsstrategie seiner Mitglieder. Und CEMS hat auch die Ambition, eine alternative Management-Philosophie zu dem vorherrschenden Modell der US-amerikanischen Business Schools zu fördern. Seit seiner Gründung, hat CEMS immer auch ein europäisches Ideal verkörpert.

Die Kernelemente des CEMS-MIM, also das Studium im Ausland und einige Zusatzseminare (Soft Skills etc.), werden heute auch von vielen anderen Hochschulen angeboten, die nicht ihrem Netzwerk angehören. Besteht nicht die Gefahr der Banalisierung oder anders gefragt: Verliert CEMS nicht sein Alleinstellungsmerkmal?

Collin: Die Stärke von CEMS ist nicht so sehr, seinen Studenten Auslandsaufenthalte zu ermöglichen, sondern eine wirklich pan-europäische Erfahrung. Das ist und bleibt einzigartig, und man kann es nicht so leicht kopieren. Trotzdem arbeiten wir derzeit an der Globalisierung des CEMS-Netzwerkes, um daraus eine weltweite Allianz zu machen, dessen Herzstück allerdings europäisch bleiben wird. Hochschulen aus den USA, China und Südostasien stehen bereits auf der Warteliste.

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