Interview
Was sagt der GMAT aus?

Alle guten Business Schools weltweit verlangen von ihren MBA-Studenten den Nachweis des Standardtests GMAT. So auch die GISMA Business School in Hannover. Dr. Annegret Zurawski, Akademic Director an der MBA-Schule, hat nun den Zusammenhang zwischen GMAT-Ergebnis und Abschneiden im MBA-Programm untersucht.

Wie alle besseren Business Schools weltweit verlangt auch die Gisma von ihren MBA-Studenten den Nachweis des GMAT. Warum?

Bei der Auswahl von Bewerbern haben Business Schools nur eingeschränkt Zugang zu objektiven Kriterien, die etwas über die Eignung und das Potenzial eines möglichen MBA-Studenten aussagen. Der GMAT hilft als vergleichbares und relativ objektives Messverfahren.

Gibt es einen Minimum-Score für die Aufnahme in das Gisma-MBA-Programm?

Bewerber mit GMAT-Ergebnissen unter 500 Punkten laufen Gefahr, in den quantitativen Fächern unserer MBA-Programme das Lernziel nicht zu erreichen. Sie werden bei uns in der Regel nicht zum MBA-Studium zugelassen, denn wir wollen ihnen ersparen, ihr Arbeitsverhältnis zu kündigen, Gehaltseinbußen in Kauf zu nehmen und Studiengebühren zu zahlen, wenn die Gefahr besteht, dass das Studium nicht erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Wo liegt "Ihr" GMAT-Durchschnitt (durchschnittlicher GMAT score Ihrer MBA-Studenten)?

Im Vollzeit-MBA-Programm liegt der GMAT-Durchschnitt bei 620 Punkten, beim Executive-MBA-Programm etwas darunter.

Sie haben jetzt den späteren Studienerfolg Ihrer Studenten im MBA-Programm mit deren GMAT score verglichen. Was genau haben Sie untersucht?

Wir haben den Zusammenhang zwischen dem GMAT-Ergebnis der Studierenden und dem GPA (Grade Point Average), also der durchschnittlichen Gesamtnote nach Abschluss des MBA-Studiums, untersucht. In der Studie wurden die Daten der Vollzeit-MBA-Klassen der Jahrgänge 2003-2006 berücksichtigt.

Mit welchen Ergebnissen?

Unsere Untersuchung zeigt, dass kein signifikanter Zusammenhang besteht – die GMAT-Punktzahl macht keine verlässliche Aussage über die spätere Gesamtleistung im Studium. MBA-Studenten mit einem mittelmäßigen GMAT-Ergebnis von 600 Punkten (von 800 möglichen) können im Studium ebenso gute Leistungen vollbringen wie ihre Kommilitonen, die das GMAT-Ergebnis von sehr guten 740 Punkten erreichten und umgekehrt.

Für das Gesamtergebnis im MBA-Studium spielen neben quantitativen Fähigkeiten eben auch die Leistungen in Fächern wie Leadership, Strategy und Marketing sowie kommunikative Fähigkeiten, Kreativität und Überzeugungskraft eine wichtige Rolle. Diese Fähigkeiten berücksichtigt der GMAT aber nicht. So erklärt sich auch, warum viele Studenten, die in den sehr analytischen und quantitativen Fächern zu Beginn des Studiums schlechter abschneiden, im späteren Verlauf des Studiums noch alle Möglichkeiten haben, aufzuholen. Auch nach Meinung der Unternehmen sind die so genannten „Soft Skills“ gerade wichtig und machen einen guten Manager aus.

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