James Fleck ist Dean der Open University Business School
MBA: „Direkt ins Herz der Management-Praxis“

Die britische Open University Business School bietet einen renommierten MBA im Fernstudium an Seit Januar steht James Fleck als Dean der Open University Business School (OUBS) vor. In seinem ersten Interview mit der deutschen Presse erklärt er seine Ziele.

Handelsblatt: Die Open University Business School bietet den einzigen MBA-Fernstudiengang in Europa an, der das Gütesiegel von allen drei maßgeblichen Prüforganisationen trägt. Trotzdem herrscht der Eindruck vor, dass dies ein MBA „zweiter Klasse“ sei im Vergleich zu einem „richtigen“ MBA im Präsenzstudium.

Fleck: Das ist schlichtweg falsch. Die Prüfverfahren sind streng, und wir haben im Übrigen auch exzellente Beurteilungen von der britischen Quality Assurance Agency for Higher Education. Unsere Lehrmaterialien sind als die besten anerkannt und finden tatsächlich auch bei vielen anderen Institutionen Verwendung. Darüber hinaus würde ich behaupten, dass unser besonderer Lehransatz direkt ins Herz der Managementpraxis geht und damit besser ist als das traditionelle Campus-Konzept, das normalerweise von der Praxis getrennt ist. Das pädagogische Verständnis von Management-Ausbildung, das an der OUBS entwickelt worden ist, ist Weltklasse.

Ihre Konkurrenz würde behaupten, dass die „menschliche Erfahrung“ für einen „richtigen“ MBA notwendig ist, und dass die sich nur bei einem Vollzeit-MBA einstellt, wo die Studierenden tatsächlich miteinander lernen und arbeiten.

Fleck: Aber unsere Studierenden lernen und arbeiten doch zusammen, wenn sie einen OUBS-MBA machen. Unsere Lehrmethode sieht reichlich „menschliche Erfahrung“ vor, sei es durch die intensiven Präsenzphasen (Residential School), sei es durch die Tutorenbetreuung, gemeinsames E-Learning und vor allem durch die Möglichkeit, das Gelernte unmittelbar in der Interaktion mit Kollegen anzuwenden. Ich würde behaupten, dass das sogar im Vergleich zu klassischen Präsenz-MBA-Programmen besser abschneidet.

Wenn Ihr Programm so gut ist, wie sieht es mit der Karriere Ihrer Absolventen aus?

Fleck: Das Recruiting durch Unternehmen auf einem Business School-Campus ist dann besonders wichtig, wenn die MBA-Absolventen ohne Anstellung sind oder zu Beginn ihres Studiums nicht arbeiteten. Die meisten MBA-Studenten an der OUBS stehen aber schon voll im Beruf. Sie sehen das Programm eher als eine Möglichkeit, innerhalb ihres Unternehmens Karriere zu machen. Viele nutzen das erworbene Wissen auch, um sich nach Abschluss des Programms selbstständig zu machen. Und das riesige Netzwerk unserer 16 000 Ehemaligen und natürlich die Hilfe unserer Tutoren ist dabei eine mächtige Unterstützung.

Wie wichtig ist der deutsche Markt für die OUBS?

Fleck: Deutschland ist für uns ein Schlüsselmarkt in Kontinentaleuropa. Und wir sind uns bewusst, dass dort ein großes Potenzial für zukünftiges Wachstum liegt. Wir haben gegenwärtig schon 700 Studierende in Deutschland. Und: Wir verzeichnen seit mehreren Jahren eine deutliche Zunahme der Studierendenzahlen. Als wir uns kürzlich daran gemacht haben, das MBA-Programm auf den neuesten Stand zu bringen, haben wir die Gelegenheit genutzt, die internationale Relevanz des Lehrinhaltes auszubauen. Die Schule hat die Entscheidung gefällt, mehr nach Europa zu schauen, zum Beispiel bei der Forschung und der Entwicklung von Fallstudien.

Wie gut sind Ihre Kontakte zu deutschen Unternehmen?

Fleck: Wir können mit Stolz behaupten, dass unsere gegenwärtigen und ehemaligen Studierenden für einige der Top-Unternehmen in Deutschland arbeiten – und das über alle Wirtschaftsbereiche verteilt: Lufthansa, Commerzbank, Deutsche Post/DHL, Bayer, Siemens, Daimler-Chrysler, BASF, Henkel etc.

Ein gutes Beispiel ist auch der Verband der Metall- und Elektroindustrie Südwestmetall, mit dem wir für eine Reihe von Mitgliedsunternehmen wie Bosch, HP und Alcatel ein spezielles MBA-Programm aufgelegt haben. Im Übrigen bezahlen bei etwa 40 Prozent unserer MBA-Studenten deren Arbeitgeber die Studiengebühren.

Und was können Sie über die Karriereentwicklung ihrer deutschen Absolventen sagen?

Fleck: Aus unserer bisherigen Erfahrung können wir sagen, dass etwa die Hälfte unserer deutschen MBA-Studenten noch während der Teilnahme an dem Programm eine bessere Position bekommen. Das kann entweder durch eine unternehmensinterne Beförderung geschehen oder durch den Wechsel zu einem anderen Unternehmen.

Grund gibt es zweierlei: Zum einen bekommen die MBA-Studenten mehr Management-Kompetenz, was die Arbeitgeber nachfragen. Zum anderen entwickelt sich aber auch das Selbstvertrauen und die Ambition der Teilnehmer sehr positiv.

Das Gespräch führte Christoph Mohr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%