Kienbaum-Studie
Der MBA-Abschluss bringt deutlich mehr Gehalt

Deutlich mehr Gehalt als "normale" Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss können Absolventen mit einem Master of Business Administration (MBA) bei deutschen Unternehmen erwarten. Das zeigt die "High Potentials-Studie 2004" der Personalberatung Kienbaum Executive Consultants, die dem Handelsblatt vorliegt.

Danach kann der "normale" Hochschulabsolvent bei deutschen Unternehmen gegenwärtig durchschnittlich 38 452 Euro Jahresgehalt erwarten. High Potentials gehen mit etwa 5 000 Euro mehr nach Hause (Durchschnittsgehalt 43 432 Euro), während High Potentials mit MBA einen Marktwert von 45 784 Euro haben.

Die Studie beruht auf einer schriftlichen Befragung zum Thema High Potentials, die Kienbaum im Frühjahr dieses Jahres vornahm. 768 deutsche Unternehmen unterschiedlicher Größe und verschiedener Branchen wurden angeschrieben, 254 schickten eine Antwort.

Kienbaum versucht damit die Frage zu beantworten, nach welchen Kriterien Unternehmen aus einem Überangebot von Bewerbern die für sie interessanten, hoch qualifizierten Nachwuchskräfte herausfiltern und was sie diesen so genannten "High Potentials" bieten.

"Die Akzeptanz für den MBA steigt deutlich", stellt Kienbaum-Senior Berater Lutz Rachner fest. Und das Gleiche gilt auch für die Gehälter. Tendenziell verdrängt damit der MBA auch die Promotion als wichtigsten Abschluss für Führungskräfte. Wenn bei einigen Unternehmen auch für den Doktorhut nach wie vor etwas mehr bezahlt wird als für einen MBA-Abschluss, zeigt sich doch in fast allen Branchen eine zum Teil sehr deutliche Präferenz für ein MBA-Studium. "Die Unternehmen honorieren verbreitertes Grundwissen, das bei General Management-Positionen wichtiger ist als Fachwissen", kommentiert Rachner.

Noch interessanter als die Durchschnittszahlen ist eine Auswertung der Gehaltserwartungen nach Branchen. Wie erwartet zeigt sich, dass die beiden Wirtschaftsbereiche, in denen MBA-Absolventen klassischerweise unterkommen, nämlich bei Beratungsunternehmen und in Banking & Finance, auch die höchsten Gehälter zahlen.

Als Überraschung der Kienbaum- Studie kann jedoch gelten, dass sich neuerdings auch Unternehmen aus dem Bereich Handel stark für MBA-Absolventen interessieren und entsprechende Gehälter (Durchschnitt: 48 125 Euro) zu zahlen bereit sind.

Deutlicher Schwachpunkt der Kienbaum-Studie ist allerdings ihre undifferenzierte Betrachtung des MBA-Marktes. Bekanntermaßen hat der MBA-Abschluss als solcher nur sehr bedingte Aussagekraft; was - auch gehaltsmäßig - zählt, ist die Business School, an der das MBA-Studium absolviert wurde. So wird man auch nicht glauben dürfen, dass mit den MBA-Abschlüssen zweitklassiger oder gar zwielichtiger MBA-Anbieter in Deutschland, die von Kienbaum ausgewiesenen Gehälter zu erzielen sind.

Andererseits erscheinen die Zahlen für Absolventen der führenden Business Schools in Europa, wie etwa IMD, Insead oder London Business School, oder in den USA (Harvard, Wharton, Stanford, Tuck) eher zu niedrig. Interessant ist auch eine weitere Tendenz, die sich an den Ergebnissen der Kienbaum-Studie ablesen lässt: Der MBA entwickelt sich in Deutschland langsam als Incentive für High Potentials.

"Unterschiede hinsichtlich der Förderung im Unternehmen machen sich deutlich bemerkbar", stellt Kienbaum dazu fest. Zwar sind die Unternehmen, die ihren Mitarbeitern als Fortbildung ein MBA-Studium ermöglichen, in Deutschland nach wie vor in der Minderzahl, und nur Beratungsunternehmen bieten dies praktisch allen Mitarbeitern an. Wenn Unternehmen anderer Branchen dies nun auch häufiger tun, machen sie deutliche Unterschiede: Während 17,6 Prozent der Unternehmen der Kienbaum-Studie angaben, dass sie ein MBA-Studium "normalen" Absolventen "manchmal" anbieten, sind es 26,4 Prozent, die dies bei High Potentials tun.

"Das Angebot eines Unternehmens an einen Mitarbeiter, sein MBA-Studium zu finanzieren, hat starken Bindungscharakter", stellt Kienbaum-Berater Rachner fest. "Diese ziehen eine solche Investition in ihre eigene Zukunft häufig ein paar Tausend Euro Gehaltszulage vor."

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