Manager-Ausbildung in der Krise
Lohnt sich ein MBA in den USA noch?

Es sieht nach der großen Krise aus. Praktisch alle großen Business Schools in den USA verzeichnen einen deutlichen Bewerberrückgang für ihre teueren MBA-Programme - 10, 15, ja 20 Prozent weniger Bewerber als im Vorjahr sind keine Seltenheit.

Was man als konjunkturelle Delle sehen könnte, die es in den letzten Jahrzehnten immer einmal gegeben hat, erscheint vielen bereits als "Krise der Manager-Ausbildung" (Harvard Business Review). Und auch deutsche Interessenten fragen: Lohnt sich ein MBA-Studium in den USA überhaupt noch?

Schon im letzten Jahr hatte Management-Guru Henry Mintzberg mit seinem mittlerweile auch in's Deutsche übersetzten Buch "Managers Not MBAs" die Business School-Ausbildung in den USA grundsätzlich in Frage gestellt und ausgerufen: "MBA-Programme trainieren die falschen Leute mit den falschen Methoden - mit schädlichen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft."

Die Selbstzweifel der Business School-Welt halten bis heute an, wie die Mai-Ausgabe des "Harvard Business Review" zeigt. "How Business Schools Lost Their Way" fragen dort die Autoren des weltweit einflussreichsten Management-Magazins und behaupten, dass die großen US-Schulen heute viel zu weit von der Praxis entfernt seien. Der MBA in den USA ein Auslaufmodell also?

Ein nüchterner Blick auf die Realitäten relativiert die Sinnkrise. Ein gutes Maß zur Einschätzung der weltweiten Attraktivität des MBA-Studiums ist dabei der Standardtest GMAT, den alle führenden Business Schools von ihren Bewerbern verlangen. Je mehr Menschen den GMAT, der unabhängig von den Business Schools durchgeführt, ablegen, desto größer, darf man schließen, ist auch das Interesse am MBA.

Tatsächlich ist in den letzten Jahren die Zahl der Personen, die weltweit den GMAT ablegen, dramatisch gesunken, ist beim Graduate Management Admission Council zu erfahren, der den Test durchführt. Machten im Jahre 2002 noch 110000 Personen weltweit den GMAT, sind es in diesem Jahr (Stand jeweils Mai) nur noch 85000.

Doch der Rückgang erklärt sich im wesentlichen aus zwei Faktoren. Den wesentlichen Anteil haben die USA selbst, wo nur noch 58000 (2002: 71600) Personen den Test ablegten. Offenkundig hat hier der MBA deutlich von seinen Glanz verloren. Auch außerhalb der USA sinken die Zahlen um über 10 Prozent, aber es sind wiederum einige Regionen, die für den Rückgang verantwortlich sind, insbesondere China, Japan, die arabisch-islamischen Länder etc. Hier spielen offenkundig die echten die echten oder vermeintlichen Schwierigkeiten, ein Studenten-Visum für die USA zu bekommen, sowie sonstige politische Gründe eine Rolle. In Europa hingegen sind die GMAT-Zahlen, und damit das Interesse am MBA-Studium stabil.

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