Manager-Fortbildung
SAP entdeckt den MBA

Der Software-Konzern schickt seine High Potentials nach Mannheim.

Spät, aber nicht zu spät, hat auch SAP den MBA entdeckt. Genauer: den "Essec & Mannheim-Executive-MBA", der quasi vor der Haustür der Walldorfer stattfindet. Einer Handvoll High Potentials finanziert der Software-Konzern das berufsbegleitende MBA-Programm.

"Etwa zwei Prozent unser weltweit 42000 Mitarbeiter stufen wir als High Potentials ein", erklärt Susanne Labonde, deren Visitenkarte der Titel "Global Head of Employer Branding" ziert und die auch für das neue "SAP MBA Rotational Program" verantwortlich zeichnet. "Im Rahmen eines sehr umfassenden Talent Management Process identifizieren wir daraus etwa 100 Top Talents, von denen wir einigen die Teilnahme an einem MBA-Programm ermöglichen."

Dabei fiel die Wahl auf das berufsbegleitende Executive MBA-Programm, das die Mannheim Business School zusammen mit ESSEC Paris anbietet. "Dabei hat nicht nur die geographische Nähe eine Rolle gespielt", erklärt Labonde. "Uns hat überzeugt, dass das Programm sowohl akademisch auf dem neuesten Stand ist als auch einen starken Praxisbezug hat. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Internationalität."

"Ich bin vielleicht etwas blauäugig in das Programm gegangen, was die Arbeitsbelastung anbelangt", bekennt Programmteilnehmer Luka Mucic, der im Hauptberuf bislang als Head of Global Risk Management direkt an SAP-Finanzvorstand Werner Brand berichtete. "Ich dachte, alle zwei Wochen MBA am Freitag und Samstag könnte ich zu meinem 60-Stunden-Job noch hinbekommen." Doch die Belastung erwies sich als "teilweise schon sehr extrem." Trotzdem möchte Mucic, 2002 auch "SAP Employee of the Year" die Erfahrung nicht missen: "Als Jurist hatte ich mir meine Kenntnisse in Finanzen und Rechnungslegung immer ein bisschen bei Anderen abgeguckt. Jetzt habe ich das wirklich von der Pieke auf gelernt."

Diplom-Mathematikerin Barbara Althoff-Simon, "Vice President Solution Support", die seit zwanzig Jahren in verschiedenen Funktionen bei SAP tätig ist, schätzt vor allem den "offenen Austausch" mit den anderen Teilnehmern im MBA-Programm. "Für mich war es ein Schlüsselerlebnis zu sehen, wie in anderen Firmen, sei es in einem anderen Großunternehmen, sei es in einem kleinen Familienbetrieb, möglicherweise ganz anders an ein Problem heran gegangen wird als bei SAP. Da lernt man viel."

Das gilt auch für den promovierten Wirtschaftsinformatiker Stephan Fischer, gegenwärtig Vorstandsassistent bei SAP-Chef Henning Kagermann. "Obwohl ich selbst in Mannheim studiert habe, lerne ich ständig hinzu. Da hat sich in den letzten Jahren fachlich - und auch pädagogisch - viel geändert."

Ein wesentliches Element des MBA-Programms sind für alle Teilnehmer die selbst zu gestaltenden "unternehmerischen Projekte." "Das ist keine Trockenübung", sagt Mucic. "Wir arbeiten zum Beispiel gegenwärtig an einer neuen Geschäftsidee, einem Franchise für ein neues Kneipenkonzept." Dann muss der MBA-Mann sich schnellstens verabschieden: "Wir sind auf dem Weg zu konkreten Gesprächen mit möglichen Sponsoren und Kreditgebern".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%