Mannheim Business School
Die Baustelle

Zuerst wollte die Mannheim Business School mit den Franzosen einen "European MBA" hochziehen. Jetzt baut die Schule um und will mit dem "Mannheim MBA" ganz allein groß werden. Das ist nicht ohne Risiko.

Die Baustelle, die monatelang das alte Mannheimer Schloss, Sitz auch der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der hiesigen Universität, umringte, hat Symbolwert, könnte sie doch auch als Sinnbild des Mannheimer MBA-Programms gelten: Es wird kräftig umgebaut in Mannheim, alte Quader werden mit neuen Elementen versetzt, und das Ganze bekommt auch noch eine neue, schöne Schaufassade: den "Mannheim-MBA".

"So individuell wie Sie selbst" ist der Werbespruch des neuen, vermeintlich "maßgeschneiderten" MBA-Programms, das 2008 den bisherigen "European MBA" ablösen soll, mit dem die Mannheim Business School bislang am Markt vertreten war. Und zumindest auf Werbesprüche sollte man sich hier verstehen, ist doch mit Professor Christian Homburg ein international ausgewiesener Marketing-Mann Chef der Mannheim Business School.

Wie jedoch sieht es aus, wenn man ein bisschen an dem noch nicht ganz trockenen Lack kratzt? Wo steht die Mannheim Business School, eine von den Mannheimer BWL-Professoren gegründete gemeinnützige GmbH?Und wie steht es um ihre neue MBA-Strategie?

Vereinfacht lässt sich sagen: Das Mannheimer MBA-Programm ist das Ergebnis einer strategischen Grundüberlegung, die früher oder später jede wirtschaftswissenschaftliche Fakultät in Deutschland erfassen wird: Wer als Management-Schule international mitspielen will, braucht ein MBA-Programm.

Das hatten vor ein paar Jahren auch die Mannheimer geahnt, die sich zwar gerne als führende wirtschaftswissenschaftliche Truppe in Deutschland sehen - aber eben nur in Deutschland. Und da sie nicht mit Blindheit geschlagen waren, sahen sie natürlich auch, was ein paar Kilometer weiter in Koblenz geschah, wo sich die private Konkurrenz der WHU (in Kooperation mit der US-Business-School Kellogg) ein MBA-Programm zulegte, oder rheinaufwärts in St.Gallen.Dort stellte die Universität (HSG), die sich zudem auch gerne als führende Wirtschaftshochschule im deutschsprachigen Raum sieht, vor allen anderen auf Bachelor, Master und MBA um.

Doch einen ordentlichen MBA aus dem Boden zu stampfen ist nicht einfach. Die Mannheimer, nicht größenwahnsinnig wie andere, suchten ihr Heil in der Kooperation mit ausländischen Business-Schools, wählten aber nicht die Amerikaner, wo sie nur Juniorpartner gewesen wären." Wir haben immer die Zusammenarbeit mit Institutionen gesucht, denen wir auf Augenhöhe begegnen. Eine Rolle als Juniorpartner wäre für uns nicht infrage gekommen", sagt Mannheim-Chef Homburg.

Mit den Franzosen von der Pariser Grande Ecole Essec wurde man handelseinig. Diese "Allianz der Schwachen" (Handelsblatt), eine Kennzeichnung, die seinerzeit vehement in Abrede gestellt wurde, ist auch heute noch das Fundament, auf dem die beiden Mannheimer MBA-Programme aufbauen. Und erscheint zunehmend als Knackpunkt.

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