MBA-Absolventen der WHU Koblenz
Und es rechnet sich doch

Seien wir ehrlich: Ein MBA ist nur so gut, wie die Karrierechancen, die er eröffnet. Zwar berichten MBA-Absolventen gerne von den großartigen, persönlichkeitsprägenden Erfahrungen in internationaler Umgebung, aber wer mehrere Zehntausend Euro für ein Business School-Studium auf den Tisch legt, für den zählt letztlich nur eins: Rechnet sich der MBA in Form von Karriere- und Gehaltssprung oder nicht?

Dieser Realitäts-Check ist bei aller Vorsicht ein ganz gutes Mittel zur Beurteilung eines MBA-Programms. Ihm unterzog das Handelsblatt das berufsbegleitende (Executive-) MBA-Programm, das die private WHU Koblenz in Kooperation mit der US-Topschule Kellogg anbietet - und das als der beste Executive-MBA in Deutschland gelten darf.

Natürlich: Dies ist keine repräsentative Befragung, sondern eine Stichprobe mit einem Dutzend Absolventen, noch dazu mit statistischer Überbewertung positiver Antworten, wird doch niemand im Karriere-Tief dies ausgerechnet der Presse kund tun wollen. Aber es entsteht zumindest ein Eindruck davon, was der WHU-Kellogg-EMBA bringt.

Erster Befund: Alle vom Handelsblatt befragten Absolventen geben an, dass sich ihr EMBA sowohl karrieremäßig als auch finanziell ausgezahlt habe. "Mein Gehalt - ohne variable Anteile - hat sich gut verdoppelt", sagt Christoph Blum, 36, heute Geschäftsführer des mittelständischen Unternehmens Trafomodern. "Keine Diskussion, für mich war der MBA der Karrierebooster".

Bestätigen sich solche Aussagen, wenn man die Karriereverläufe genauer unter die Lupe nimmt? Tatsächlich zeigt sich ein erstaunliches Bild: Für die meisten Absolventen war der MBA wirklich das Sprungbrett heraus aus der Karrieresackgasse einer Spezialistenfunktion. Hingeführt hat es sie aber nicht in die Bereiche Investment-Banking und Consulting, wo MBA-Absolventen normalerweise landen, sondern auf die Geschäftsführungsebene meistens mittelständischer Unternehmen. Auch ausländische Unternehmen, die mehr mit dem internationalen Abschluss MBA anfangen zu können scheinen, sind eine Option. Einige Beispiele: Judith Brandstäter, 38, promovierte Medizinerin brachte der MBA von der Marketing-Abteilung eines internationalen Großkonzerns zur stellvertretenden Geschäftsführerin des Pharmaunternehmens ZLB in Springe.

Rolf Friedewald, 43, promovierter Jurist, war vor seinem MBA Leiter der Rechtsabteilung der RWE Telliance. Heute ist er Marketingleiter bei RWE Energy.

Jesus Lopez, 45, ist heute Geschäftsführer der Isuzu Motors Germany, nachdem er zuvor in der Finanzabteilung eines anderen Automobilherstellers in Deutschland tätig war.

Christoph Blum, 36, hatte vor seinem MBA Verantwortung für 25 Mitarbeiter und 2,5 Millionen Euro Budget bei ABB. Heute ist er alleiniger Geschäftsführer eines Unternehmens mit 80 Mitarbeitern und 7 Millionen Euro Umsatz.

Franz-Josef Miller, 35, brachte es als Jurist mit zweitem Staatsexamen vom Marketing und Vertrieb in einem kleinen Familienunternehmen zum Geschäftsführer von Time:Matters, einem Tochterunternehmen von Lufthansa.

Ulrich Schiefer, 46, promovierter Ingenieur, ist heute Geschäftsführender Gesellschafter der Attrack, einem Stuttgarter Unternehmen, das multimediale Signalsäulen für Tankstellen anbietet.

Jürgen Heid, 38, brachte es vom Assistent der Geschäftsführung zum Verkaufschef von Yamaha Motor Deutschland.

Norbert Breuer, 36, schaffte es vom Finanzreferenten einer deutschen Aktiengesellschaft auf den Geschäftsführerposten von Diehl Metall SynchroTec in China.

Fast alle Befragten haben ihr EMBA-Studium zumindest teilweise selbst finanziert. Bei vielen ist auch Jahre nach dem Abschluss des Programms in Vallendar und Chicago noch etwas von der Begeisterung spürbar. So erstaunt es nicht, dass von den Befragten nur wenig Negatives über das Programm zu hören ist - allenfalls wird auf "Kinderkrankheiten" verwiesen.

"Wir haben auf die Kritik reagiert und beispielsweise die Zahl der Präsenzwochenenden von 21 auf 12 reduziert", erklärt Programmchef Stefan Kayser. Allerdings auch den Preis auf fast 50 000 Euro erhöht.

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