MBA-Anbieter auf dem Prüfstand
Der lang erwartete Durchbruch

Es ist geschafft. Nachdem in der Vergangenheit deutsche MBA-Anbieter auf dem international Markt keine Bedeutung hatten, stößt jetzt eine kleine Gruppe von Hochschulen auch in die europäische Liga vor.

HB DÜSSELDORF. Mit der Prüfung durch eine der international maßgeblichen Akkreditierungsorganisationen unterstreichen Handelshochschule Leipzig (HHL), Uni Mannheim, WHU Koblenz (und in der Schweiz die staatlichen Universität St. Gallen) ihren Anspruch, Top-Managerausbildung auf international hohem Niveau anzubieten.

„Wir wollten uns den international härtesten Prüfkriterien stellen“, erklärt Professor Martin Weber, Dekan der Betriebswirtschaftlichen Fakultät an der Uni Mannheim. Deshalb hat sich Mannheim sowohl von der US-amerikanischen AACSB als auch von der European Foundation for Management Development (equis-Akkreditierung) unter die Lupe nehmen lassen. Ähnlich äußert sich Professor Klaus Brockhoff, Rektor der privaten WHU Koblenz, die sich equis-akkreditieren ließ: „Wir wollen in der ersten Liga spielen.“ „Für uns kam nur die Akkreditierung durch die efmd oder die AACSB in Frage“, berichtet Professor Arnis Vilks, Rektor der privatenHandelshochschule Leipzig. „Wir haben uns dann für die AACSB entschieden, weil dies die mit Abstand weltweit bekannteste Akkreditierung ist.“ Damit erhebt die HHl den Anspruch erhoben, auch international als MBA-Anbieter mitzuspielen.

Eine solche Akkreditierung ist ein sehr aufwändiger und für die Hochschulen, die dafür zwischen 20 000 und 30 000 Euro bezahlen müssen, auch sehr teuere Sache. „Der gesamte Prozess von der ersten Beantragung der „accreditation eligibility“ bis zur endgültigen Akkreditierung dauerte über drei Jahre“, berichtet Vilks. Dazwischen lagen mehrere Hundert Seiten Papierarbeit bis hin zum viertägigen Besuch des vierköpfigen Gutachterteams im Januar 2004.

Doch eine solche Prüfung ist keine kostspielige Routine. Oft geht es ohne mehr oder minder einschneidende Änderungen nicht ab – und diese können von der Programmgestaltung über den Aufbau von für deutsche Hochschulen ungewöhnlichen Dienstleistungen wie Alumni- Pflege bis hin zur Organisation der Hochschule selbst reichen.

„Wir mussten an der WHU sogar die Hochschulverfassung ändern, weil dem Dean nach Auffassung der Prüfer nicht genug Entscheidungskompetenz zufiel“, berichtet Brockhoff. HHL-Chef Vilks wurde von intensiven Nachfragen zur Umstellung auf das Bachelor-Master-System und den Frauenanteil an seiner Hochschule überrascht. „Das hat unsere strategische Diskussion durchaus beschleunigt.“

Auch nach der einmal (aber nur für einen beschränkten Zeitraum) ausgesprochenen Akkreditierung bleibt die Wirkung innerhalb der Hochschule wirksam. „Man kann mit diesem Druckmittel sehr gut die Standards in der eigenen Hochschule sichern“, weiß der WHU-Rektor. Ähnlich klingt es in Mannheim: „Das zwingt sie zu einem strengen und kontinuierlichen Qualitätsmanagement.“

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