MBA-Ausbildung in Boomländern
Kluger Schritt

Eine Managementausbildung in Osteuropa, China oder Indien klingt exotisch. Dabei macht der MBA in den Boomregionen Sinn: Der Ruf vieler Schulen ist gut, der Preis erschwinglich, das Netzwerk wertvoll. Und: Sie bereiten gezielt auf eine Karriere in den Boomländern vor.
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DÜSSELDORF. Die Managementschüler feiern sich selbst. Sie tragen blaue T-Shirts, auf der Brust prangt ihr Jahrgangslogo in Rot und Gelb. "Superman!", ruft Software-Ingenieur Toni Pljakoski und reckt die Faust gen Himmel, als wolle er abheben wie der US-Comic-Held. Gelächter und Gläserklirren schallen über die große Terrasse der IEDC Bled School of Management — vor traumhafter Kulisse: Die Absolventen des Führungskräftekurses posieren am kristallklaren, die Julischen Alpen spiegelnden Bleder See für ihr Abschiedsfoto.

Die 31 Absolventen stammen aus Russland, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Österreich. Sie sprechen Englisch, und nach Wochen harter Arbeit halten sie die begehrte Urkunde in den Händen. Das International Executive Development Center (IEDC) rund 50 Kilometer nordwestlich der slowenischen Hauptstadt Ljubljana gilt als eine der besten Adressen unter den MBA-Schulen Mittel- und Osteuropas. Das Besondere: Seit Kurzem büffeln immer mehr Westeuropäer und Asiaten in der modernen, mit Designmobiliar und zahllosen Gemälden ausgestatteten Villa am See.

Die Konkurrenz im Osten ist erwacht. Bestimmten bisher vor allem amerikanische und westeuropäische Business Schools den Markt für den MBA (Master of Business Administration), muss die Liste der Kaderschmieden, die auch für ausländischen Führungsnachwuchs interessant sind, erweitert werden: um europäische Business Schools von Slowenien über Polen bis Russland und auch aus anderen dynamischen Weltregionen wie China und Indien.

Für deutsche Manager ist ein MBA-Studium dort eine Alternative: Die Schulen bieten vergleichbare Qualität bei weitaus niedrigerem Preis. Ihr wertvollstes Kapital: Sie bereiten gezielt auf eine Karriere in der Boomregion vor und statten Absolventen mit wertvollen Kontakten aus. Diese können so von der Dynamik dieser Länder ganz besonders profitieren.

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Einer, der den Schritt gen Osten gewagt hat, ist Markus Krupp. An der IEDC in Bled absolviert er den "Presidents’ MBA", ein Weiterbildungsprogramm für erfahrene Manager, bei dem mehrjährige Führungsverantwortung vorausgesetzt wird. Drei Jahre lang studiert er an Wochenenden und in längeren Präsenzseminaren vor Ort. Krupp ist begeistert: "Für jemanden, der in Osteuropa arbeiten will, ist die tägliche, ganz enge Projektarbeit mit Managern aus diesen Ländern extrem nützlich."

Inzwischen ist Krupp kaufmännischer Geschäftsführer von Volvo Financial Services Russland. Schon in Bled lernte er die Spontaneität russischer Manager kennen, ihre freundschaftliche Nähe zu Geschäftspartnern, aber auch ihre Neigung, sachliche Kritik sehr persönlich zu nehmen. "So eine Spiegelung der eigenen Kultur vorgehalten zu bekommen verändert das Bewusstsein." In Bled, sagt Krupp, hätten sich die Vorurteile vieler Kursteilnehmer in Luft aufgelöst.

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