MBA in Europa
Die Karten werden neu gemischt

Gleich an mehreren Top-Schulen in Großbritannien und Kontinentaleuropa wechselt der Chef. Mit weit reichenden Folgen.

Man könnte es für eine Laune des Zufalls halten, doch sie hat potenziell weitreichende Folgen: Innerhalb kurzer Zeit wechseln in diesen Wochen gleich an einer Reihe von führenden britischen Business Schools die Chefsessel ihre Besitzer. Ob in Oxford (Said Business School) oder Cambridge (Judge Business School), ob an der London Business School oder ihrer Schwester in Manchester, überall wechselt der Dean.

Mehr noch: Auch Insead (Fontainebleau) und IMD (Lausanne), die beiden neben der London Business Schools führenden Manager-Schmieden in Europa, stehen im Zeichen des Chefwechsels. Damit werden sowohl in der britischen Top-Liga als auch beim europäischen Führungstrio innerhalb kürzester Zeit neue Chefs das Sagen haben. Eine solche Konstellation hat es in der europäischen Business School-Szene noch nie gegeben. Man könnte auch sagen: Die Karten werden neu gemischt.

Denn der Dean einer Business School ist ungleich mehr als der sprachverwandte deutsche Dekan, der gewählte Fakultätsleiter einer deutschen Hochschule. Er ist mehr der CEO eines akademischen Unternehmens, das eigenverantwortlich wirtschaftet und mit verschiedenen Programmen von Masterstudiengängen bis Managerfortbildung Geld verdient. Er ist Geschäftsführer, Aushängeschild, Botschafter, Geldsammler "und auch noch Hotelier, Restaurantwirt, Museumswächter und oberster Schiedsrichter" wie der Deutsch-Kanadier Professor Kai Peters, der seit einigen Jahren die Ashridge Business School in Großbritannien führt, ironisch hinzufügt.

Es ist ein heikler Job, nicht unähnlich dem des CEO oder auch dem des Fußball-Managers. Denn wie ein CEO wird auch ein Business School-Dean daran gemessen, Erlöse zu steigern und Sponsoren zu finden. Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass es beispielsweise dem scheidenden IMD-Präsidenten Peter Lorange gelang, während seiner Amtszeit die Einnahmen der Schule von 35 Millionen auf etwa 107 Millionen Franken in diesem Jahr zu steigern. Und Said-Dean Anthony Hopwood sammelte Millionenschecks für seine Schule ein, die heute sogar den Namen eines Großsponsors trägt. Und zumindest in den USA zittern die Deans regelmäßig vor Erscheinen einer der einflussreichen Business School-Ranglisten um ihren Job.

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