MBA in Großbritannien: Brennpunkt London

MBA in Großbritannien
Brennpunkt London

In keiner Stadt der Welt gibt es so viele Business Schools wie in London. Wir stellen die besten Angebote vor.

Best of Britain


Halali in der britischen MBA-Metropole. Zehn Business Schools starten derzeit eine spektakuläre Aufholjagd, um das langjährige MBA-Monopol der renommierten London Business School (LBS) zu brechen. Nirgendwo auf dem globalen MBA-Markt ist das Terrain so hart umkämpft wie im 30-Meilen-Radius rund um den Piccadilly Circus.

Besonders Cass und die Imperial College Business School machen positiv von sich reden. Beide Wirtschaftsschulen sind, anders als die LBS, staatlichen britischen Universitäten angegliedert. Beide profitieren vom Geldsegen in Millionenhöhe durch private Spender und zeigen mit neuen, hochmodernen Gebäuden Flagge.

Die Offensive der Neuen zahlt sich aus. Deutsche Arbeitgeber nennen die beiden Newcomer bereits in einem Atemzug mit der LBS: "An allen drei Schulen sind wir mit Campus-Marketing und Recruitment aktiv", erklärt Ralf Rudolf, Leiter des Graduate Recruitment & Marketing bei der Deutschen Bank. Auch Susanne Theisen, Recruiting-Direktorin bei McKinsey Deutschland, schätzt die Qualität der jüngeren MBA-Angebote: "Absolventen von Cass, Imperial College und LBS haben bei uns gleichermaßen Chancen."

LBS: Messlatte USA

Die lokale Konkurrenz ficht die London Business School nicht an. Auf den maßgeblichen Rankings zählt sie neben IMD (Lausanne) und Insead (Fontainebleau) längst zu den Top-3 in Europa. "Unser Ziel ist es, die führende globale Business School in der Welt zu sein", sagt LBS-Chefin Laura D'Andrea Tyson. Die Amerikanerin will "die Studenten für das globale Business fit machen", ihnen Wissen, Fähigkeiten und Netzwerk für den Sprung ins internationale Topmanagement an die Hand geben.

Die London Business School orientiert sich mehr als alle anderen europäischen Business Schools am US-Modell: Zweijähriges Studium mit integriertem Praktikum, Kooperation mit der Columbia Business School in New York, um einen berufsbegleitenden Executive MBA (EMBA-Global) anzubieten.

Diplom-Physiker Alexander Kopf weiß, warum er LBS wählte: "Internationale Ausrichtung, insbesondere auch was die Studenten betrifft, Schwerpunkt Finanzen/Banken, erstklassiges Abschneiden auf den Rankings." Seine Erwartungen haben sich voll erfüllt: Kopf machte während seines Studiums sein Praktikum bei der US-Investmentbank Morgan Stanley in London und verbrachte mehrere Wochen in Schanghai.

Cass: Am Puls des Geldes

Klare Nummer zwei auf dem Londoner MBA-Markt ist die City University Business School, die nach einer Millionenspende der Sir Cass Foundation nunmehr als Cass Business School firmiert. Mit dem neuen Dean Lord Currie of Marylebone und dem im Sommer von der Queen eröffneten Gebäude sind auch die Ambitionen gewachsen.Vergleiche mit dem Platzhirsch hält Deputy Dean Steve Haberman für falsch. "Sie können nur im Schatten von jemandem stehen, wenn Sie hinter ihm herlaufen. Wir aber gehen auf ganz anderen Pfaden als die LBS."

Wichtigstes Asset der Cass Business School ist zweifellos ihr Standort im Herzen der Londoner Bankenwelt. "Wir profitieren von Top-Leuten aus dem Finanzbereich, die bei uns unterrichten und ihre praktische Erfahrung einbringen. Aber wir verstehen uns auch als den intellektuellen Hub der City of London." Sichtbarer Beweis: Cass hat neben dem MBA-Programm 19 Aufbaustudiengänge mit Master of Science (MSc)-Abschluss im Angebot, so viel wie keine andere Business School. Eine echte Alternative für den, der sich im Finanzsektor spezialisieren will.

Imperial: Schule der Startups

In Deutschland noch unbekannter ist die Imperial College Business School. Doch das soll sich ändern. 25 Millionen Pfund, spendiert von US-Investment-Manager und Imperial-Alumni Gary Tanaka, haben der Technologie-Schmiede neues Leben eingehaucht. Das Gebäude, das Stararchitekt Sir Norman Foster gerade im vornehmen Stadtteil Kensington hochzieht, wird im Frühjahr 2004 in Betrieb genommen.

"Ein echter Relaunch", schwärmt Professor Stefan M. Szymanski, Direktor des Vollzeit-MBA-Programms. "Wir werden auf die Stärken des Imperial College - Wissenschaft, Technologie und Innovation - aufbauen." Wer als Ingenieur einen MBA machen will, sollte sich daher das Angebot vom Imperial College genauer anschauen.

Für angehende Gründer ist das Imperial College ohnehin erste Wahl, wie der Deutsche Udo Dengel bestätigt. Nach einer Karriere beim Autozulieferer ZF ging er an die Londoner Schule, gewann dort den Businessplan-Wettbewerb "Entrepreneurs' Challenge" und will jetzt mit einem Startup-Unternehmen General Electric und Siemens Konkurrenz machen. "Mit den besten Imperial-College-Wissenschaftlern den Businessplan entwickeln zu können, war eine einmalige Chance."

LSE: Testlauf mit Teilzeit-MBA

Ein neuer Player im MBA-Spiel ist die London School of Economics and Political Science. Unbestritten ist die Weltklasse der LSE in den Sozialwissenschaften und als intellektuelle Ideenschmiede. Koryphäen wie Anthony Giddens lehren hier, der Deutsch-Brite Lord Dahrendorf war einige Jahre Direktor. Manager-Ausbildung im engeren Sinne aber gehörte bislang nicht zum LSE-Programm.

Zusammen mit der Pariser Business School HEC und der Stern School of Business in New York bietet die LSE nun seit zwei Jahren den Trium MBA an, einen super-teuren (92.000 US-Dollar) berufsbegleitenden Teilzeit-MBA, der die Teilnehmer gleich an fünf Metropolen bringt. Der Erfolg scheint diesem "Jet-set"-MBA-Programm recht zu geben; die Nachfrage jedenfalls steigt. Ob der Markt diesen Abschluss honoriert, muss sich noch zeigen.

Henley: Weltweites Partnernetz

Mit mehreren Tausend Absolventen pro Jahr ist Henley einer der größten MBA-Anbieter weltweit. Doch nur ein geringer Teil studiert in dem eleganten, strahlend weißen Gebäude am Themse-Ufer etwas außerhalb von London. Henley hat den MBA zum weltweiten Geschäft gemacht und bietet sein Programm in Kooperation mit nationalen Partnern in 21 Ländern an; in Deutschland mit der Gesellschaft zur Förderung der Weiterbildung an der Universität der Bundeswehr in München und seit kurzem als "Evening MBA" auch mit der Hochschule für Bankwirtschaft in Frankfurt.

Die Schule ist als eine der wenigen in Europa von gleich drei Akkreditierungsorganisationen (AMBA, efmd, AACSB) geprüft. Doch viele deutsche Personaler haben Schwierigkeiten, die Qualität der Henley-Absolventen einzuschätzen, was sicherlich auch mit der unklaren Positionierung auf dem deutschen Markt zu tun hat.

Staatliche in den Startlöchern

Damit endet das Londoner MBA-Angebot noch lange nicht. Noch ein halbes Dutzend anderer Hochschulen bietet MBA-Programme an, so etwa die Westminster Business School und die Harrow Business School (beide Teil der University of Westminster) oder die Royal Holloway School of Management, Teil der University of London, mit einem eigenen Campus in der Nähe des Flughafens Heathrow. Etwas außerhalb der britischen Metropole, aber immer noch gut zu erreichen, liegen die Middlesex University Business School oder die Kingston Business School (Kingston University).

Diese Angebote spielen jedoch nicht in der ersten britischen MBA-Liga. Aber wer weiß? Konkurrenz belebt das Geschäft, und mit einer Millionenspende wird man vielleicht auch von diesen Schulen mehr hören.

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Ashridge Business School

Dauer:

12 Monate
Start: Januar 2004
Studiengebühren: 30.000 Pfund
Stipendien: ja
Studentenzahl: 35
Durchschnittsalter: 33
Arbeitserfahrung: 11 Jahre
GMAT Score (Durchschnitt): 580
Alumni: 600, davon 43 Deutsche
Website: www.ashridge.org.uk

Cass Business School
(ehem. City University Business School)

Dauer:

12 Monate
Start: September
Studiengebühren: 21.500 Pfund
Stipendien: ja
Studentenzahl: 30
Durchschnittsalter: 31
Arbeitserfahrung: 7,8 Jahre
GMAT Score (Durchschnitt): 634
Alumni: 8.000, davon 58 Deutsche
Website: www.cass.city.ac.uk/mba
Weitere Informationen in unserem Fact Sheet zum Download.

Cranfield School of Management

Dauer

: 12 Monate
Start: September
Studiengebühren: 24.000 Pfund
Stipendien: ja
Studentenzahl: 50
Durchschnittsalter: 30
Arbeitserfahrung: 8 Jahre
GMAT Score (Durchschnitt): 640
Alumni: 6.500, davon 63 Deutsche
Website: www.cranfield.ac.uk/som/mba
Weitere Informationen in unserem Fact Sheet zum Download.

Henley Management College

Dauer:

30 Monate (Teilzeit)
Start: Mai und November
Studiengebühren: 21.000 Euro
Stipendien: nein
Studentenzahl: 25
Durchschnittsalter: 35
Arbeitserfahrung: 5 Jahre
GMAT Score (Durchschnitt): nicht notwendig
Alumni: 11.340, davon 312 Deutsche
Website: www.henleymc.de
Weitere Informationen in unserem Fact Sheet zum Download.

Imperial College Business School

Dauer:

12 Monate
Start: Oktober
Studiengebühren: 22.000 Pfund
Stipendien: ja
Studentenzahl: 100
Durchschnittsalter: 30
Arbeitserfahrung: 7 Jahre
GMAT Score (Durchschnitt): 600
Alumni:5.328, davon 18 Deutsche
Website: www.ms.ic.ac.uk
Weitere Informationen in unserem Fact Sheet zum Download.

Judge Institute of Management
(University of Cambridge)

Dauer:

12 Monate
Start: Mitte September
Studiengebühren: 22.000 Pfund
Stipendien: ja
Studentenzahl: 65
Durchschnittsalter: 30 Jahre
Arbeitserfahrung: 6 Jahre
GMAT Score (Durchschnitt): 680
Alumni: 525, davon 14 Deutsche
Website: www.jims.cam.ac.uk

London Business School

Dauer:

21 Monate
Start: September 2004
Studiengebühren: 65.000 US-Dollar
Stipendien: ja
Studentenzahl: 312
Durchschnittsalter: 29 Jahre
Arbeitserfahrung: 6 Jahre
GMAT Score (Durchschnitt): 690
Alumni: 4.666, davon 40 Deutsche
Website: www.london.edu
Weitere Informationen in unserem Fact Sheet zum Download.

Manchester Business School

Dauer:

18 Monate
Start: September
Studiengebühren: 25.500 Pfund
Stipendien: ja
Studentenzahl: 120
Durchschnittsalter: 29
Arbeitserfahrung: 7 Jahre
GMAT Score (Durchschnitt): 610
Alumni: 3.724, davon 68 Deutsche
Website: www.mbs.ac.uk
Weitere Informationen in unserem Fact Sheet zum Download.

Open University Business School
(Fernstudium)

Dauer:

30 oder 36 Monate
Start: Mai und November
Studiengebühren: 12.000 Pfund
Stipendien: nein
Studentenzahl: 20
Durchschnittsalter: 34 Jahre
Arbeitserfahrung: 9 Jahre
GMAT Score (Durchschnitt): nicht notwendig
Alumni: 13.500, davon 302 Deutsche
Website: www.oubs.open.ac.uk
Weitere Informationen in unserem Fact Sheet zum Download.

Said Business School
(University of Oxford)

Dauer:

12 Monate
Start: Oktober
Studiengebühren: ca. 21.000 Pfund
Stipendien: nein
Studentenzahl: 96
Durchschnittsalter: 27
Arbeitserfahrung: 5 Jahre
GMAT Score (Durchschnitt): 662
Alumni: 243, davon 11 Deutsche
Website: www.sbs.ox.ac.uk
Weitere Informationen in unserem Fact Sheet zum Download.

Warwick Business School

Dauer:

12 Monate
Start: September
Studiengebühren: 23.000 Pfund
Stipendien: nein
Studentenzahl: 120
Durchschnittsalter: 30
Arbeitserfahrung: 8 Jahre
GMAT Score (Durchschnitt): 625
Alumni: 6.004, davon 175 Deutsche
Website: www.warwickmba.org
Weitere Informationen in unserem Fact Sheet zum Download.

Quelle: Junge Karriere-Recherchen, Stand: Oktober 2003. Alle hier aufgeführten MBA-Programme sind von einer der Akkreditierungsorganisationen AMBA, efmd oder AACSB geprüft, erscheinen auf den maßgeblichen Rankings und/oder werden von deutschen Arbeitgebern empfohlen.

Erläuterungen:

Studiengebühren = ohne Unterbringung und Nebenkosten

Studentenzahl = pro Jahrgang ("class" oder "intake")

Arbeitserfahrung = durchschnittliche berufliche Erfahrung der MBA-Studenten

GMAT Score

= durchschnittliches Abschneiden der aufgenommenen MBA-Bewerber beim Standardtest GMAT

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