MBA in Großbritannien
Sprungbretter

Britische Business Schools gelten als Sprungbrett in die Finanzindustrie. Falsch. Sie sind auch ein Paradies für angehende Unternehmensgründer.

Großbritannien hat eine lange Entrepreneurship-Tradition, und manche Unternehmensgründer wie Richard Branson (Virgin) sind auch zu weltweiten Stars geworden. Der Wirtschaftsboom der letzten zehn Jahre hat zusätzlich eine neue Welle von Start-ups und schnell wachsenden Unternehmen ermutigt.

Wie der letzte Global Entrepreneurship Monitor Report, eine vergleichende Übersicht über die unternehmerischen Aktivitäten in über 40 Ländern weltweit, der alljährlich gemeinsam von Babson College (USA) und der London Business School herausgebracht wird, zeigt, ist Großbritannien hier führend unter den großen Volkswirtschaften Europas. Über 400 000 neue Unternehmen werden jedes Jahr in Großbritannien gegründet; jeder zehnte Erwachsene entschließt sich hier, sich selbstständig zu machen.

Dass Großbritannien ein solches Paradies für Unternehmensgründer ist, hat auch mit der Finanzindustrie zu tun. Eine Zahl gibt Aufschluss: Wenn es darum geht, Geld für neue Unternehmen aufzutreiben, stehen die Private-Equity- und Venture-Capital-Firmen in Großbritannien für 57 Prozent des gesamten Volumens in Europa. Und über den Londoner Finanzplatz für Jungunternehmen, dem Alternative Investment Market (AIM) an der London Stock Exchange, sind seit seiner Gründung im Jahre 1995 über 2 900 Unternehmen an Kapital gekommen. Dabei funktioniert der AIM nicht nur als Infrastruktur für Finanzierungen, sondern auch als Anreiz für potenzielle Start-ups.

Die britischen Business Schools sind Teil dieses Trends. Sie bieten ein breites Spektrum an Entrepreneurship-Kursen an, manche sogar spezialisierte MBA-Programme für Unternehmensgründer.

Und sie haben darüber hinaus eigene Entrepreneurship-Forschungszentren gegründet oder Inkubatoren, in denen ihre Studenten bereits während des Studiums oder kurz danach am Aufbau des eigenen Unternehmens arbeiten können. Dem QS TopMBA Applicant Survey zufolge, einer jährlich unter MBA-Interessenten durchgeführten Umfrage des World MBA Tour-Messeveranstalters QS, ist "Entrepreneurship" die zweitbeliebteste Spezialisierung an den führenden Business Schools.

Die Studie zeigt, dass durchschnittlich 27 Prozent aller MBA-Bewerber vorhaben, nach ihrem MBA-Studium ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Für Tom Meacock, derzeit MBA-Student an der Manchester Business School, berichtet über seine Erfahrungen: "Vieles von dem, was man in einem MBA-Programm lernt, hat mit Großunternehmen zu tun, aber die Verbindung mit den Entrepreneurship-Wahlkursen und dem Inkubator der Schule hat es mir erlaubt, mich auf meinen Plan zu konzentrieren, ein kleines Unternehmen zu gründen. Was wir in den Kursen gelernt haben, war sehr hilfreich. Und in vielen Kursen unterrichteten auch Leute aus den Partnerunternehmen des MBS-Incubator, so dass alles sehr up-to-date und wirklich praxisorientiert war."

Tatsächlich können sich die britischen Business Schools einer andauernden finanziellen Unterstützung durch Dritte erfreuen. Peter Cullum beispielsweise, Gründer von Towergate Parnership und von dem Magazin "Management Today" als Entrepreneur des Jahres ausgezeichnet, unterstützt die Cass Business School in London mit 10 Millionen Pfund.

Das hat die Einrichtung des neuen Peter Cullum Centre for Entrepreneurship ermöglicht, das eines der größten seiner Art in der Welt werden soll. Cullum, der selbst einen MBA an der Cass Business School in London gemacht hat, erklärt, was er seinem MBA-Studium verdankt: "An Cass zu studieren, hat mir die Fähigkeiten vermittelt, die nötig waren, um meine Ambitionen Wirklichkeit werden zu lasen und ich freue mich, dass ich heute in der Lage bin, jüngeren Leuten die gleichen Möglichkeiten zu geben."

Neben den Entrepreneurship-Experten und entsprechenden Kursen im MBA-Programm sind es die populären Business-Plan-Wettbewerbe, die zeigen, dass es eine Business School mit dem Thema ernst meint. Einen solchen Business-Plan-Wettbewerb zu gewinnen, erlaubt es den MBA-Studenten, seine Unternehmensidee direkt Wagniskapitalgebern zu präsentieren.

Seit 1999 hat beispielsweise Cambridge University Entrepreneurs (CUE), ein von Studenten begründeter Gründerwettbewerb, mehr als 280 000 Pfund an Studenten ausgeschüttet und die aus dem Wettbewerb hervorgegangen Unternehmen besitzen heute einen Wert von 42 Millionen Pfund.

Die Lehre aus der Geschichte: Wenn Sie ein Unternehmen gründen wollen, ist ein MBA in Großbritannien eine echte Option. Und lassen Sie Ihren Laptop eingeschaltet, sobald Sie die Aufnahme geschafft haben, und bereiten sich gleich auf Ihren ersten Gründerwettbewerb vor!

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