MBA-Stipendium
Der 85 000 Euro-Mann aus Bangalore

Das bestdotierte MBA-Stipendium in Deutschland hat seinen Empfänger gefunden: Clas Neumann, Co-Chef von SAP Indien, kann am berufsbegleitenden, 14-monatigen Executive MBA-Programm von Insead in Fontainebleau (Frankreich) und Singapur teilnehmen.

Der 37-jährige Jungmanager setzte sich in einem mehrstufigen Auswahlverfahren durch und siegte so im ersten Handelsblatt-Insead-MBA-Wettbewerb. Das Stipendium hat einen Wert von 85 000 Euro.

Insead gilt als eine der drei führenden Business Schools in Europa und ist zugleich eine der wenigen, die auch den Vergleich mit den großen US-Schulen nicht scheuen müssen. Als eine der wenigen Business Schools weltweit ist die in Fontainebleau, eine Stunde südlich von Paris beheimatete Hochschule, auch mit einem eigenen, vollwertigen Campus in Asien vertreten. Die Teilnehmer an den Vollzeit- und Teilzeit-MBA-Programmen können zwischen beiden Standorten wählen.

Mit dem Wettbewerb will das Handelsblatt seine Marktposition als führender deutschsprachiger Informationsanbieter zum Thema MBA/Business School unterstreichen. Für Insead bedeutet die Zusammenarbeit mit Deutschlands führender Wirtschafts- und Finanzzeitung eine Vertiefung seiner Kontakte nach Deutschland, dem wichtigsten Zielmarkt. Deutsche Unternehmen sind der größte Insead-Kundenkreis für Programme zur Managerfortbildung (executive education): 600 deutsche Manager pro Jahr nehmen hieran teil. Erst kürzlich hatte Insead einen "German Council" ins Leben gerufen, an dem sich führende Vertreter der deutschen Wirtschaft (Roland Berger, Josef Ackermann/Deutsche Bank, Michael Diekmann/Allianz; Mathias Döpfner/Springer, Henning Kagermann/SAP, Kai-Uwe Ricke/Deutsche Telekom, Jürgen Schrempp/ Daimler-Chrysler, Gunter Thielen/ Bertelsmann) beteiligen.

Das Executive-MBA-Programm (www.insead.edu/emba), das sich an Manager mit mehrjähriger Berufserfahrung wendet, umfasst 17 über 14 Monate verteilte Wochenblöcke. Mit 85 000 Euro gehört es zu den teuersten Programmen auf dem Markt.

Gewinner Clas Neumann scheint geradezu idealtypisch zu einem Programm zu passen, das nach den Worten von Insead-Associate-Dean Dominique Héau "auf internationale Strategie und das Unternehmen in einem globalen Umfeld fokussiert" ist. Seit vier Jahren baut der Diplom-Betriebswirt die SAP-Niederlassung in Indien auf, und trägt damit wesentlich zum Erfolg des Walldorfer Software-Herstellers bei. SAP beschäftigt gegenwärtig 1 200 kostengünstig arbeitende Programmierer in Indien. (Das Einstiegsgehalt eines Softwareingenieurs in Bangalore beträgt 8 000 Euro brutto pro Jahr, in Deutschland liegt es bei 40 000 Euro !)

Der Absolvent der Fachhochschule Ludwigshafen reiste schon während seines Studiums auf eigene Faust durch Indien und sammelte auch in China Erfahrungen. "Der wichtigste Teil meiner Karriere sind die Jahre, die ich in fremden Kulturen verbracht haben, vor allem in China und Indien", sagt Neumann. "Und ich glaube, dass der Erfolg eines global operierenden Unternehmens auf der Unterschiedlichkeit der Sicht- und Herangehensweisen beruht, und seiner Fähigkeit, sich an verschiedenartige Kulturen anzupassen."

Aber Neumann sieht sein künftiges Insead-Studium nicht nur als multikulturelles Training. Ein wenig will er die Zeit auch nutzen, um losgelöst von den täglichen Managementaufgaben, Dinge neu zu durchdenken. "Ich möchte als Student gerne intellektuelle Risiken eingehen, die ich in meinem Job wahrscheinlich nicht eingehen könnte. Und daran wachsen."

Und was ist mit dem Karrieresprungbrett MBA? "Natürlich will ich mit der erfolgreichen Teilnahme an diesem Programm dem SAP-Vorstand auch demonstrieren, dass ich bereit bin, Leistung zu zeigen und weiter zu lernen." Was sicherlich hilfreich ist, sich auf den nächsten Top-Job in ein, zwei Jahren vorzubereiten.

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