Nach Millionenspende blickt Thunderbird nach Europa
Der Donnervogel aus Arizona hebt ab

Es ist so etwas wie eine Sensation in der kleinen Welt der international renommierten Business Schools, in der jeder jeden kennt und beäugt: Angel Cabrera, dem der Aufstieg des Instituto de Empresa in Madrid in die erste Liga der europäischen Business Schools zu verdanken ist, lässt sich von der amerikanischen Business School Thunderbird abwerben und geht im August als Uni-Chef nach Arizona. Damit wird der erst 36-Jährige der einzige Europäer an der Spitze einer großen US-Schule.
  • 0

"Dr. Cabrera ist einer der am meisten respektierten, kompetentesten und spannendsten Führungspersönlichkeiten in der weltweiten Hochschulszene", begründete der noch amtierende Thunderbird-Präsident Roy Herberger die Wahl.

Für Thunderbird hat die Personalie Symbolcharakter. Die Business School, die 1946 auf einem Pilotenausbildungslager in der Nähe von Phoenix gegründet wurde (was ihr den für eine Wirtschaftshochschule etwas ungewöhnlichen Namen Donnervogel einbrachte), hat immer Wert auf Internationalität gelegt. Einige Zeit firmierte sie sogar als "American Graduate School of International Management" und nannte ihr MBA-Programm "Master in International Management".

Mit geteiltem Erfolg: Zwar findet sich Thunderbird auf den maßgeblichen US-MBA-Rankings immer in Kategorien wie International Business oder Global Business auf Spitzenplätzen, aber auf der Gesamtrangliste reicht es dann doch nur für Platz 46 (Financial Times). Keine schlechte Schule, aber eben auch keine Top-Business-School.

Das könnte in Zukunft anders werden. Rückenwind bekommt die Schule durch eine gigantische 60-Millionen-Dollar-Spende des amerikanischen Unternehmers Samuel Garvin - die angeblich größte Einzelspende, die jemals eine US-Hochschule verbuchen konnte. (Zum Vergleich: Die gesamte deutsche Wirtschaft brachte für ihre Business School ESMT nicht einmal 100 Millionen Euro zusammen.)

Cabreras Auftrag an der Spitze der Schule, die fortan "The Garvin School of International Management" heißen wird, ist klar: Der weltweit vernetzte Spanier soll Thunderbird weiter internationalisieren. Bereits heute bietet die US-Schule berufsbegleitende Executive-MBA-Programme in Prag, Sao Paulo und Taiwan an. Darüber hinaus gibt es einen eigenen Europa-Campus im französischen Archamps nahe Genf.

"In einem Kontext auch international immer stärker werdender Konkurrenz zwischen den Business Schools ist Thunderbird geradezu verdammt, auch seine internationale Position auszubauen", sagt Herberger. Dafür scheint Cabrera, den das World Economic Forum zum "Global Leader for Tomorrow" kürte, den Amerikanern der richtige Mann.

Kommentare zu " Nach Millionenspende blickt Thunderbird nach Europa: Der Donnervogel aus Arizona hebt ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%