Rotterdam School of Management
Ein Bündel an Neuerungen

Die Rotterdam School of Management (RSM) ist eine der besten Business Schools in Europa. Nun hat sie einen neuen Chef. In seinem ersten Interview mit der internationalen Presse erklärt Professor George Yip Ziele und Strategie seiner Business School.

Handelsblatt: Professor Yip, Sie waren Professor an der Harvard Business School und an UCLA, an der London Business School und an der Universität Cambridge. Was ist so toll daran, Dean der Rotterdam School of Management zu werden?

George Yip: Zum ersten sehe ich es als Schlussstein meiner über dreißigjährigen Karriere. Ich wollte wirklich noch Dean einer Business School werden, ein Job, der die beiden Stränge meiner beruflichen Erfahrung zusammen führt: Business Schools und multinationale Unternehmen, bzw. Beratungsunternehmen. Zum zweiten sehe ich die RSM im Lichte meiner Erfahrungen an verschiedenen führenden Business Schools schon in der Spitzengruppe, und die Schule hat das Potenzial, noch besser und bekannter zu werden. Und drittens ist das, was die RSM gegenwärtig am meisten braucht, auch das, was ich am besten kann und am liebsten mag: bessere Beziehungen zu den wichtigsten Unternehmen weltweit aufzubauen.

Die Aufgabe eines Business School-Deans unterscheidet sich sehr deutlich von der Rolle als Rektor/Präsident einer klassischen europäischen Universität. Worin sehen Sie Ihre Rolle?

Der Kopf einer europäischen Universität hat tatsächlich einen viel weiteren „Kundenkreis“: nationale und regionale Regierungen, vor allem was die Finanzierung und Genehmigungen anbelangt, die Städte, die verschiedenen Fachbereiche und die verschiedenen Studentengruppen. Ein Business School-Dean hat mit viel weniger Leuten zu tun, auf die er hören muss. Ich habe meinen Job so strukturiert, dass ich die meiste Zeit auf externe Kontakte verwenden kann: Unternehmen, Medien, potenzielle MBA-Studenten und Kunden für unsere Weiterbildungsprogramme. Hier kann ich am meisten beitragen. Um mir Zeit freizuschaufeln, habe ich den neuen, sehr wichtigen Posten eines Vize-Deans für die Organisation des Lehrkörpers (vice-dean for faculty) geschaffen, den es auch an anderen Business Schools gibt, und ich habe auch meine rein zeremoniellen Aufgaben eingeschränkt.

Eine der ersten Dinge, die Sie sicherlich zu Beginn gemacht haben, ist eine Analyse der Marktposition der RSM auf dem internationalen MBA-Markt. Die RSM ist sicherlich eine gute Business School, gehört aber dann doch nicht zur europäischen Spitzengruppe mit IMD, Insead und London Business School. Was kann aus Ihrer Sicht getan werden, um das zu ändern?

Alle diese drei Business Schools sind privat, sie bieten kein Erststudium (undergraduate) an und sie kennen keine staatlichen Begrenzungen, was die Vergütungen für die Professoren und Dozenten anbelangt. Auf der anderen Seite haben sie hohe Einkünfte aus ihren Weiterbildungsprogrammen (executive education), die sie in die Professorenvergütung und die Infrastruktur stecken können. Und obwohl unser akademischer Output nah an Insead oder London Business School herankommt und sicherlich den vom IMD weit übersteigt, produzieren diese drei führenden Schulen mehr Output für die Zielgruppe der Manager. Meine Strategie, diese Kluft zu füllen, ist folgende: Anreize und Trainings für unsere Dozenten und Professoren zu schaffen, mehr für Manager zu publizieren, die Einkünfte der Business School durch Consulting und Managerfortbildungsprogramme zu erhöhen, was sie im Übrigen auch näher an die Unternehmenspraxis führt, und dann Dinge, die nichts kosten, wie besondere Beziehungen zu Beratungsunternehmen wie McKinsey oder Booz aufzubauen.

Eine Ihrer ersten Entscheidungen war, die Schule wieder Rotterdam School of Management zu nennen. Warum?

Die Zusammenlegung von Business School und Wirtschaftswissenschaftlicher Fakultät der Erasmus-Universität vor vier Jahren führte zu dem Namen “RSM Erasmus University”. Ich fand dies verwirrend, weil es nicht klar anzeigt, dass dies eine Business School ist. Schlimmer noch, sind weder RSM oder Erasmus Namen, die bei Unternehmen oder potenziellen Studenten außerhalb der Niederlande irgendetwas sagen. Dagegen ist Rotterdam weltweit als eine erfolgreiche Handelsmetropole bekannt.

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