Sal. Oppenheim: MBA nicht ausschlaggebend

Sal. Oppenheim
MBA nicht ausschlaggebend

Der Master of Business Administration (kurz MBA) ist im amerikanischen Umfeld die traditionelle Eintrittsqualifikation für das Investment Banking.

In der Regel bieten Investmentbanken den Einstieg in zwei Karrierestufen an. Als Analyst beginnt man direkt nach dem College, allerdings mit einem auf zwei-drei Jahre befristeten Vertrag mit der klaren Erwartung, dann zum MBA-Studium die Bank zu verlassen. Als Associate kann (wieder) einsteigen, wer nach dem College und zwei bis drei Jahren Berufserfahrung den MBA an einer erstklassigen Hochschule absolviert hat.

In Kontinentaleuropa und Deutschland ist auf Grund verschiedener Hochschulsysteme und einem höheren Einstiegsalter im Investment Banking ein anderer Werdegang typisch. Analysten werden meist ohne Befristung festangestellt und deren Entwicklung begleitet und gefördert. Unter Associates sind MBA-Neueinsteiger bisher noch die Ausnahme, nicht selten sind hier die Chancen für qualifizierte Quereinsteiger aus anderen Bereichen, wie Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Beratungsunternehmen, deutlich höher.

Die derzeit laufende Umstellung auf Bachelor- und Master-Studiengänge in Europa wird zu einem erheblichen Umbruch der Gestaltung von Studienzeit, Berufseinstieg und Karriereweg führen, insbesondere auf dem Arbeitsmarkt für "High-Potentials". Allerdings ist die komplette Neu-Positionierung von B.A., M.A., M.Sc. und Master of Business Administration (M.B.A.) und ihrer jeweiligen Absolventen im Wettbewerb auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt noch in vollem Gang. Es ist daher zu früh, um die konkreten Folgen abschätzen zu können.

In Europa diente der MBA bisher vorrangig als kaufmännische Zusatzqualifikation für Ingenieure, Juristen, Natur- und Geisteswissenschaftler mit einigen Jahren Berufserfahrung. In den letzten Jahren ist eine solche Vielfalt an MBA Angeboten von sehr unterschiedlicher Qualität entstanden, die der Reputation des MBA-Titels eher geschadet hat. Letztlich ist der MBA an sich ein Titel ohne Wert, es kommt in erster Linie auf das Ranking der vergebenden Hochschule an. Die Zertifizierung der MBA-Studiengänge ist für die langfristige Sicherung der Qualität und Markttransparenz von entscheidender Bedeutung.

Aus Sicht des einstellenden Unternehmens ist aber nicht der Titel MBA entscheidend, sondern letztlich die fachliche und persönliche Qualifikation des einzelnen Bewerbers. Eine solide Ausbildung mit Schwerpunkt Finance sowie internationale Erfahrung durch Studienaufenthalte im Ausland und im Investment Banking absolvierte Praktika sind die Grundvoraussetzung. Einsatzfreude und intellektuelle Flexibilität, Teamfähigkeit und persönliche Integrität sind unverzichtbare Elemente im Persönlichkeitsprofil des Bewerbers.

Unbestritten ist ein erstklassiger MBA-Studiengang ein gut geeigneter Weg, sich ein solches Qualifikationsprofil zu erarbeiten. Aber der MBA-Abschluß ist weder eine Garantie für die Zielerreichung noch der einzige Weg zu diesem Ziel.

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