Stephan Chambers, Programmdirektor Executive MBA der Said Business School
"Der Markt für Executive MBA hat Zukunft"

Stephan Chambers, Programmdirektor Executive MBA der Said Business School, äußert sich im Handelsblatt-Interview zu den Perspektiven der Executive MBA-Programme und zu den Kandidaten, für die sie geeignet sind.

Business Schools haben Executive-MBA-Programme eher widerwillig eingeführt, weil sie - wie die Harvard Business School noch immer - der Überzeugung waren, dass ein berufsbegleitendes Teilzeit-Programm nie das Gleiche bietet kann wie ein Vollzeit-Programm. Wie sehen Sie das?



Es ist klar, dass die Erfahrungen von Vollzeit- und Executive-Studenten hier in Oxford unterschiedlich sind. Das heißt aber nicht, dass die Erfahrungen der Teilzeit-Studenten weniger Wert haben. Die Executive MBA-Studenten sind für volle 14 Wochen physisch Teil der Oxford Community. Und den Rest ihres Studiums, also fast zwei Jahre lang, stehen sie mit ihr und untereinander in ständigem Kontakt.

Aber stimmt es nicht, dass die MBA-Schulen mit den berufsbegleitenden Programmen einfach mehr Geld verdienen?

Nicht notwendigerweise. Wir gewinnen durch das Executive MBA-Programme vor allem in Form von intensivierten Beziehungen zu Top-Managern und interessanteren Lehrmöglichkeiten für unsere Dozenten. Unser Kerngeschäft sind Lehre und Forschung, und wir sehen den Executive MBA als Fortsetzung der Oxford-Tradition hochwertiger Studienabschlüsse. Die höheren Studiengebühren erlauben uns ganz einfach, unseren Studenten ein höheres Niveau an Infrastruktur und Unterstützung zur Verfügung zu stellen.

Wie sehen Sie das Marktpotenzial für Executive MBA-Programme im Vergleich zu Vollzeit-MBA-Programmen?

Unser Gefühl ist, dass die Executive-Programme in den nächsten zehn Jahren zulegen werden. In dem Maße, in dem der globale Wettbewerb und die Geschwindigkeit des Wandels zunehmen, werden Unternehmen sicherzustellen versuchen, dass ihre Mitarbeiter durch überlegene intellektuelle und technische Fähigkeiten einen dauerhaften Vorteil bekommen.

Wenn ein potenzieller MBA- Student sich wirklich frei zwischen einem Vollzeit- und einem Teilzeit-MBA entscheiden kann. Was empfehlen Sie ihm?

Das hängt voll und ganz von den Umständen ab. Für jemanden, für den die Opportunitätskosten, sein Unternehmen für ein Vollzeit-Programm zu verlassen, besonders hoch sind, sollte sicherlich über einen Executive MBA nachdenken. Wer beruflich eine ganz andere Richtung einschlagen und sein Unternehmen verlassen will, sollte über ein Vollzeit-Programm nachdenken.

Also ist der Executive MBA nicht immer die zweitbeste Lösung?

Nein! Der Executive MBA ist die beste Lösung für den, für den sie angemessen ist.

Also nicht für jemanden, der raus aus seinem Unternehmen will?

Der Vollzeit-MBA bietet die Perspektive des Job-Wechsels - auch mit Hilfe unseres Career Office, der Roadshows der Unternehmen, die hierher an die Schule kommen. Der Executive MBA hilft Managern, die eine fachgebundene Ausbildung haben, allgemeine Geschäftsführungsaufgaben wahrzunehmen oder solchen, die schon solche Aufgaben haben, größere Aufgaben zu meistern - zum Beispiel indem sie in den Vorstand aufsteigen. Aber allein die Tatsache, hier in Oxford mit ganz unterschiedlichen Berufsperspektiven und Industriebereichen konfrontiert zu werden, führt manchmal dazu, dass man seinen Karrierepfad ändert.

Die Fragen stellte Christoph Mohr

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