"Strategische Unternehmensführung" als Schwerpunkt
MBA in Koblenz: Gut geklaut oder eigenständig?

Professor Jürgen Weigand ist Associate Dean der WHU und Direktor des Vollzeit-MBA-Programms.

Handelsblatt: Nachdem die WHU Koblenz sich mit ihrem berufsbegleitenden Executive-MBA-Programm in Kooperation mit der sehr renommierten US-amerikanischen Business School Kellogg hat etablieren können, überraschen Sie nun mit einem Vollzeit-MBA in eigener Regie. Haben Sie bei Kellogg gelernt, wie man's macht, und jetzt machen Sie's alleine?

Weigand: Sicherlich sind die Erfahrungen aus unserem gemeinsamen Programm mit Kellogg für das neue Programm wichtig gewesen, aber wir mussten nicht bei Kellogg in die Lehre gehen. Zum einen wird das EMBA-Programm vollständig von der WHU geplant, organisiert und durchgeführt. Zum anderen haben unsere Fakultätsmitglieder reichlich MBA-Erfahrung, da viele von ihnen an amerikanischen Business Schools studiert oder gelehrt haben. Ferner führen wir bereits seit einigen Jahren die Auslandsmodule von (E)MBA-Programmen einiger namhafter Partnerhochschulen in Eigenregie durch, so u.a. für die Carnegie Mellon University Tepper School of Business (MBA, achtwöchiges Programm), die Melbourne Business School (EMBA, dreiwöchiges Programm) sowie die University of South Carolina Moore School of Business (dreiwöchiges Programm). Hinzu kommen langjährige Erfahrungen aus unseren Summer Courses, an denen regelmäßig mehr als 80 MBA-Studenten aus den Top-US-Business Schools (u.a. Columbia, NYU Stern, Michigan Business School) teilnehmen.

Keine solcher Business-School-Allianzen sind für die Ewigkeit in Marmor gehauen. Wie sieht es um die Zukunft mit Kellogg aus?

Kellogg ist als US-Nummer eins natürlich unser strategischer Partner in Nordamerika. Und unsere Partnerschaft hat sich bewährt, wie der Erfolg des berufsbegleitenden Kellogg-WHU-EMBA-Programms verdeutlicht. Zudem sind neue gemeinsame Projekte in der Planung.

Sie sind auf dem MBA-Markt keineswegs allein - selbst im deutschsprachigen Raum gibt es mittlerweile eine Reihe guter Angebote: An der Uni St. Gallen startet zeitgleich mit Ihnen der Vollzeit-MBA, in Ihrer unmittelbarer Nachbarschaft gibt es Mannheim, Uni Frankfurt/Duke und HfB/Henley. Wo sehen Sie Ihre besonderen Stärken und Marktvorteile?

Die WHU verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Aus- und Weiterbildung von Managern. Der Fokus liegt dabei auf der strategischen Unternehmensführung von internationalen Unternehmen. Die Hochschule denkt und handelt unternehmerisch und kann durch ihren Privatstatus sehr flexibel und schnell auf neue Entwicklungen im Markt reagieren. Durch unser Netzwerk an hochkarätigen Unternehmenspartnern und ihre vielfältige Einbindung in Lehre und Forschung verbindet die WHU seit ihrer Gründung in herausragender Weise Theorie und Praxis - und das ist für eine Management-Hochschule essenziell. Hiervon sowie von einem Alumni-Netzwerk mit über 1200 Mitgliedern profitieren WHU-Absolventen, wenn es um das Placement geht. Im Gegensatz zu anderen deutschen Hochschulen oder Business Schools ist die WHU sehr international ausgerichtet. Alle Degree-Programme beinhalten Pflichtteile im Ausland, sei es Kursmodule oder Unternehmenspraktika. Das Angebot an Partnerhochschulen reicht von Hawaii bis Neuseeland, von Norwegen bis Südafrika. In jedem Studienjahr nehmen im Schnitt 200 Austauschstudenten an den Programmen der Hochschule teil. Die Ausländeranteile in den MBA- und EMBA-Programmen liegen bei 40 bis 60 Prozent.

Es scheint, dass die WHU sich von dem Modell einer Wirtschaftshochschule in Richtung Business School mit dem gesamten Angebotsspektrum (also auch Executive Education, Customized Programme etc.) entwickelt.

Ja, wir bieten inzwischen das Grundspektrum an Degree- und Non-Degree Programmen an, das man von einer Business School erwartet. Als EQUIS-akkreditierte Hochschule sind für uns die internationalen Standards für Business Schools maßgeblich. Daher hat unser Modell einer Hochschule, und wie wir es weiter entwickeln, wenig bis nichts mit dem traditionellen deutschen Hochschulmodell und seinen jüngsten Modifikationen gemein. An unserem Status einer privaten Institution wird diese Entwicklung nichts ändern.

Ist die WHU nicht zu klein und forschungsschwach, um mit den führenden Business Schools in Europa mithalten zu können?

Die WHU wächst organisch und kontinuierlich. Sieht man einmal von der LBS oder Insead ab, so sind andere führende europäische Business Schools wie Instituto de Empresa, IESE oder IMD nicht so dramatisch größer. Größe bedeutet auch immer einen entsprechend großen Verwaltungsapparat, hohe Fixkosten und somit zwangsläufig gewisse Inflexibilitäten, so dass man sich auf das Massengeschäft und damit standardisierte Produkte konzentrieren muss, um die Größe zu finanzieren. Hier geht Individualität und Besonderheit in Betreuung und Umgang verloren. Forschung ist ein fundamentaler Erfolgsfaktor einer Business School. Die Top-Schulen haben auch die Top-Forscher. Die WHU ist als einzige private Hochschule in Deutschland Mitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Das sagt alles über den Stellenwert der Forschung an der WHU und ihre Anerkennung durch die Wissenschaft aus. Auch im Vergleich mit den europäischen Business Schools schneidet die WHU größenbereinigt hervorragend ab.

Datenbank: Die besten Executive Education-Programme der Welt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%