Studie der INSEAD
Jetzt verdienen Frauen mehr als Männer

Deutlich mehr als ihre männlichen Kollegen verdienen erstmals die weiblichen MBA-Absolventen der französischen Top-Schule Insead, Fontainebleau/Singapur. Das zeigt eine Auswertung der Durchschnittsgehälter des Absolventenjahrgangs 2003.

Danach verdienten die weiblichen MBA-Absolventen, die einen Job im Finanzbereich annahmen, im Durchschnitt 82 353 Euro Jahresgehalt, also etwas mehr als ihre männlichen Kollegen mit 80 882 Euro. Weitaus größer fallen die Gehaltsunterschiede bei Beratungsunternehmen aus. Hier verdienen die Frauen im Durchschnitt 82 176 Euro, wohingegen sich die Männer mit 75 000 Euro begnügen mussten. Nur bei Industrieunternehmen hatten die Männer mit 75 000 Euro Durchschnittsgehalt die Nase vor den Frauen mit 73 529 Euro.

Auf Anfrage des Handelsblatt konnte man bei Insead keine Erklärung darüber abgeben, ob es sich bei diesen Zahlen um eine statistische Anomalie oder einen wirklichen Trend handelt. 2003 beendeten insgesamt 180 Frauen ihr MBA-Studium an der Top-Schule. 125 verrieten für die Studie ihr gegenwärtiges Gehalt.

Inoffiziell war man in Fontainebleau noch zu einer anderen Erklärung bereit: "Unsere nicht-statistisch untermauerte Erklärung wäre, dass Finanz- und Beratungsunternehmen gegenwärtig bereit sind, mehr für gute Frauen zu zahlen." Die Erklärung findet sich im politischen Kontext: "Viele dieser Unternehmen haben Frauen-Initiativen. Da aber viele Frauen aus Gründen der Work-Life-Balance im Alter über 30 diese Unternehmen verlassen, wird der Frauenanteil zum Problem. So rekrutieren sie so viele weibliche MBA-Absolventen wie sie bekommen können".

Das Insead-Interesse an Frauen ist durchaus nicht uneigennützig. "In eine Reihe von Rankings - Ranglisten - fließt auch der Anteil von Frauen unter den Studenten und den Dozenten ein", erklärt Insead-Chef Gabriel Hawawini. "Es wäre töricht, zu behaupten, dass solche Rankings für eine Business School nicht wichtig sind." Gegenwärtig liegt der Frauenanteil an Insead leicht unterdurchschnittlich bei 19 Prozent für Studenten und 15 Prozent für Lehrende.

Wie andere Business Schools hat auch Insead Frauen als potenziell interessanten Markt entdeckt. Neuerdings bietet die Schule Fortbildungsseminare für Top-Managerinnen an, so etwa vom 25.-27. Mai 2005 erstmals das Programm "Women Leading Change in Global Business" (Kostenpunkt: 5 500 Euro). Bei Erfolg soll das von Professor Herminia Ibarra initiierte Programm im nächsten Jahr fortgeführt werden.

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