Tipps vom Personalberater: Das Diplom der Zukunft?

Tipps vom Personalberater
Das Diplom der Zukunft?

Will man sich dieser Frage ehrlich nähern, so ist zunächst festzuhalten, dass der MBA als Studienabschluss in die Rubrik "Formalbildung" einzuordnen ist. Insofern ist es etwas irreführend von "der" Qualifikation für Manager zu sprechen. Die Manager-Qualifikation hat sehr viele Facetten, von denen die Formalbildung nicht die gewichtigste ist.

Die betriebswirtschaftliche Hochschulausbildung ist als Basisqualifikation zu bewerten. In diesem Prozess werden ein fachliches Grundgerüst sowie Lern- und Arbeitstechniken vermittelt und erste fachliche Schwerpunkte (Marketing, Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Bankbetriebslehre etc.) gesetzt. Während das traditionelle deutsche Studium der Betriebswirtschaftslehre immer noch einen stärkeren wissenschaftlichen Anspruch erhebt, ist der MBA stärker Praxis- und Case-Study-getrieben und wird häufig auch berufsbegleitend bzw. ergänzend zum bereits absolvierten BWL-Studium erworben.

Dieser Aspekt zeigt auf, dass sich mit dem MBA ein internationaler Standard herausgebildet hat, der heute im globalen Maßstab Anerkennung findet. Die bislang stark fragmentierte Hochschulwelt wächst in der Ausformung international anerkannter Abschlüsse, die sich sukzessive auf ein einheitliches Studienprogramm mit verdichteten Inhalten gründen, stärker zusammen. Die Globalisierung setzt hier die Leitplanken, wird doch künftig der global einsetzbare und interkulturell verwendungsfähige Manager deutlich stärker gefragt. In diesem Kontext hilft ein MBA-Standard in der länderübergreifenden Erfassung ihrer Formalbildung. Damit ist eine Schneise durch den früheren Dschungel von Master-Graden, Diplomen, Lizenziaten und anderen Examensabschlüssen geschlagen worden. Insofern wird sich der MBA als gängiger akademischer Grad herauskristallisieren, der weltumspannend Anerkennung finden wird.

Allerdings muss in diesem Zusammenhang nachdrücklich betont werden, dass sich im Zuge von Standardisierungsprozessen immer auch Etikettenschwindel ergeben, d.h. hinter dem Abschluss MBA können sich damit recht unterschiedliche Qualitäten von akademischer Qualifikation verbergen. Es werden sich nicht wenige Hochschulen dem Trend der Zeit stellen und MBA-Programme auflegen, hier müssen der inhaltliche Anspruch ebenso genau geprüft werden wie die (zeitliche) Intensität des Ausbildungsprogramms und erst recht die konkreten Studieninhalte. Hier setzen die renommierten Business Schools des angelsächsischen Raumes die Maßstäbe und ein Blick in das MBA-Programm der Harvard Business School kann helfen, den Wert anderer MBA-Programme zu ermessen. Insofern ist auch nicht der MBA schlechthin die künftige Qualifikation für Manager, sondern wenn, dann immer ein MBA namhafter Adressen.

Das führt zurück zur Kernfrage: Ist der MBA damit die (formale) Qualifikation für (Top) Manager? Diese Frage ist bis zur einer weltweiten Konvergenz der akademischen Ausbildungsprogramme, die wohl eher unrealistisch sein dürfte, sicher zu verneinen. Blicken wir auf Deutschland, so gibt es hierzulande an den renommierten Universitäten und ihren hochwertig strukturierten BWL-Lehrstühlen eine betriebswirtschaftliche Hochschulausbildung, die einem durchschnittlichen MBA überlegen ist und auch als solche anerkannt wird.

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