Torsten Wulf
Neuer MBA-Chef in Leipzig

Professor Torsten Wulf wird zum 1. September 2007 neuer akademischer Leiter der MBA-Programme der Handelshochschule Leipzig (HHL). Das wurde am Montag vorab bekannt. Der 39-Jährige tritt die Nachfolge des US-Amerikaners Richard Mancke dann, dem die private Wirtschaftshochschule den Aufbau eines der besten MBA-Programme im deutschsprachigen Raum verdankt.

Wulf, der seine berufliche Laufbahn bei der Deutschen Lufthansa AG begann und selbst an der HHL promoviert hat, war zuletzt Direktor des MBA-Programms der School of International Management der Ecole Nationale des Ponts et Chaussées (Paris), einer französischen Elitehochschule (Grande Ecole).

Die private Handelshochschule Leipzig war eine der ersten Hochschulen in Deutschland, die von der US-amerikanischen Organisation AACSB „akkreditiert“ wurde. Sie wurde damit auch auf dem internationalen MBA-Markt konkurrenzfähig; alle guten MBA-Programme tragen das Prüfsiegel einer der beiden international maßgeblichen Akkreditierungsorganisaitionen, der US-amerikanischen AACSB oder der europäischen EFMD (equis).

Auf dem deutschen MBA-Markt gehört die HHL zur Spitzengruppe. Zu ihren wichtigsten Wettbewerbern zählen ESCP-EAP (Berlin), Gisma (Hannover), Goethe Business School (Uni Frankfurt), Uni Mannheim, im weiteren Sinne auch die Universität St. Gallen (HSG) in der Schweiz und die WU Wien, die größte österreichische Wirtschaftshochschule.

In seinem ersten Interview nach Bekanntwerden der Ernennung befragte das HANDELSBLATT den neuen HHL-MBA-Chef nach seinen Zielen:

Herr Professor Wulf, Sie übernehmen Anfang September die akademische Leitung des MBA-Programms der HHL. Was qualifiziert Sie für diese Aufgabe?

Da ist zum einen die Lehrerfahrung in verschiedenen MBA-Programmen in Deutschland, Frankreich, Marokko und Polen. Da ist die administrative Erfahrung als Direktor des Vollzeit-MBA an der Ecole Nationale des Ponts et Chaussees, einer französischen Grande Ecole. Und da sind sieben Jahre Erfahrung bei Beratungs- und Schulungsprojekten für Unternehmen wie EADS, Siemens etc.

Aber warum wechselt man freiwillig von Paris nach Leipzig?

Ich bin selbst HHL-Alumnus, habe hier promoviert und unterrichtet. Die HHL ist eine der besten Business Schools in Deutschland, und es ist eine tolle Herausforderung, hier zu arbeiten.

Der von dem US-Amerikaner Richard Mancke aufgebaute HHL-MBA ist eines der besten Programme auf dem deutschen Markt. Wo sehen Sie seine Stärken?

Ich glaube, die große Stärke des HHL-MBA ist seine Internationalität, sowohl was die Zusammensetzung der Studenten als auch den Lehrkörper anbelangt. Und natürlich die konsequente Ausrichtung auf Führung.

Was ist Ihr Ziel als neuer MBA-Chef?

Wir wollen in den nächsten zehn Jahren unter die europäischen Top 10 kommen.

Das sagt so ziemlich jeder...

Wir wollen die Reputation des Programms in Europa stärken. Insbesondere bei ausländischen Unternehmen müssen wir bekannter werden. Und wir haben eine genaue Vorstellung, wie wir unsere Ranking-Position verbessern können.

Ist Ihr (Vollzeit/Executive)-MBA-Program nicht eher zu klein, um dauerhaft lebensfähig zu sein?

Unser Vollzeit-Programm ist momentan klein, und es muss wachsen. Wir sind dabei, die Sichtbarkeit des Programms nach außen zu steigern, um weitere Studierende darauf aufmerksam zu machen, weil wir überzeugt sind, dass wir eines der besten europäischen General Management-MBAs anbieten. Neben den Studierenden gehen wir auch verstärkt auf Unternehmen zu, um mit ihnen gemeinsam das Programm weiterzuentwickeln.

Nennen Sie einmal eine Zielgröße!

In den nächsten Jahren möchten wir in unserem Vollzeit-MBA-Programm eine Klassenstärke von 50 ausgewählten und hoch motivierten Teilnehmern erreichen.

Aber stagniert der MBA-Markt in Deutschland nicht eher?

Für den gesamten Markt mag das stimmen, wobei die tatsächliche Situation auch von der konjunkturellen Entwicklung beeinflusst wird. Für Programme mit Reputation (Akkreditierung) und ausgezeichneter Platzierung in den Rankings wird der Marktanteil auch weiterhin zunehmen. Andere Programme werden dagegen an Bedeutung verlieren.

Was bedeutet?

Auf dem deutschen MBA-Markt wird einiges in Bewegung geraten, insbesondere wird es zu Marktbereinigungen kommen. Nur ausgezeichnete Programme mit Alleinstellungsmerkmalen werden sich behaupten können, wohingegen viele Programme aufgrund fehlender Reputation vom Markt verschwinden oder sich ggf. in strategische Allianzen mit anderen Anbietern einbringen werden.

Die Fragen stellte Christoph Mohr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%