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Auf der Jagd nach Geld

Viele MBA-Absolventen gehen zu Private-Equity-Firmen und Hedge-Fonds. Die Business-Schools haben ihr Angebot der Nachfrage angepasst. Und versuchen sich mit Veranstaltungen zu profilieren.

Es war längere Zeit eine gute Faustregel: von den Absolventen eines MBA-Jahrgangs einer guten Business-School gehen ein Drittel zu einem Beratungsunternehmen, ein Drittel ins Investment-Banking und ein Drittel in andere Bereiche.

Doch seitdem zuletzt sogar namhafte Arbeitgeber hinter vorgehaltener Hand eingestehen, dass sie Schwierigkeiten haben, die guten MBA-Leute anzulocken, ist klar: Hier hat sich etwas geändert. Was das war, ist schnell zu erkennen. Für die besten MBA-Absolventen gibt es Jobs, die noch mehr Geld versprechen als die Millionen, die schon auf dem Tisch lagen. Die Karawane der Geldsucher ist weitergezogen: vom Investment-Banking zu Private-Equity- und Venture-Capital-Firmen und Hedge-Fonds.

Eine Handelsblatt-Umfrage unter einigen der führenden Business-Schools in Europa und den USA bestätigt den Trend: "35 Prozent unserer MBA-Absolventen, die in die Finanzindustrie gehen, haben in diesem Jahr ihre Absicht erklärt, bei einem dieser Unternehmen einzusteigen", erklärt Cathy Butler, Careers Director an der Judge Business School der Universität Cambridge. Tendenz steigend: Judge-MBA-Studenten müssen sich in einem eigenen Projekt mit der Finanzindustrie beschäftigen. Wählten 2005 elf Prozent davon eine der neuen Nischenfelder, waren es im letzten Jahr schon doppelt so viele.

Eine zahlenmäßige Verdoppelung konstatiert auch die Tuck School of Business, eine der fünf führenden Business-Schools in den USA. "2004 gingen nur vier Prozent unserer Absolventen in diese Bereiche, 2005 waren es acht, 2007 zwölf Prozent", erklärt Katherine L. Riolo. "Von den 203 Insead-MBA-Absolventen, die 2005 in die Finanzindustrie gegangen sind, sind 14 Prozent zu einer Private-Equity- oder Venture-Capital-Firma gegangen, sieben Prozent zu einem Hedge-Fonds. 2006 waren es von 208 MBA-Absolventen 29 und acht Prozent."

Fast schon typisch ist die Karriere von Alexander Stoeckel. Der BWL-Absolvent der European Business School (EBS) arbeitete als Vorstandsassistent für KPMG und Dachfondsmanager für Hauck & Aufhäuser, bevor er einen MBA an der Said Business School der Universität Oxford machte. Heute ist er Investmentmanager bei der Schweizer Venture-Capital-Firma Brains-To-Ventures in St. Gallen.

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