World Economic Forum
Was machen Business Schools in Davos?

Wenn sich jetzt wieder die Mächtigen dieser Welt beim World Economic Forum in Davos treffen, finden sich unter den Gästen rund 1 400 Top-Manager, drei Dutzend Staats- und Regierungschefs und auch einige ausgewählte Vertreter der führenden Business Schools und Universitäten. Warum die Wissenschaftler mehr als nur Statisten sind.

HB. Die Liste der Business-School-Vertreter, die auf Einladung nach Davos kommen, ist aufschlussreich. Glaubt man dieser Auswahl, dann finden sich die wichtigsten Vordenker in Wirtschaftswissenschaften und Management an sehr wenigen Orten. Harvard und Columbia (New York) sind gut vertreten, Wharton, Stanford und Insead (Fontainebleau/Singapur) auch. Wissenschaftler aus Deutschland wurden nicht eingeladen, sieht man von Dennis J. Snower, dem Präsidenten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft ab; der ist allerdings Amerikaner.

Aber was machen diese „Brains“ unter den ganzen Managern und Staatslenkern? Und vor allem: Sind sie mehr als nur Statisten, also schmückendes Beiwerk wie ein paar Kulturschaffende? „Natürlich sind Wissenschaftler außerhalb der Hochschule in gewisser Weise immer Statisten“, sagt Eric Clemons, Professor an der US-Topschule Wharton. „Wir sind keine Akteure. Wir sind wie die politischen Berater der Regierungschefs oder die Trainer der Sportler. Und doch: Ich glaube, dass das, was wir in die Diskussion einbringen, einen realen Wert für die wahren Akteure hat.“

Es ist ein Geben und Nehmen. Ein Mann wie Insead-Professor Manfred Kets de Vries, der für seine Analyse der Manager-Psyche weltweit anerkannt ist, wird auf ein dankbares Publikum treffen. Zugleich findet er in Davos seine Studienobjekte. „Es ist eine faszinierende anthropologische Erfahrung“, sagt der Psychoanalytiker. Ähnlich geht es IMD-Professor Jean-Pierre Lehmann: „Ich werde ein bisschen reden, aber vor allem werde ich zuhören. Ich werde an einigen Podiumsdiskussionen teilnehmen und eine Arbeitsgruppe leiten. Aber der interessantere Teil für mich ist, zu hören, was die Top-Manager denken. Ich habe sie in der Vergangenheit immer als viel zu selbstgefällig empfunden. Es wird in diesem Jahr sehr interessant sein, zu sehen, ob es irgendeine Form von Reue und Zerknirschung bei ihnen gibt.“

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