World MBA Tour
Was bringt der MBA-Abschluss?

Annette Veltmar wusste gleich, wohin sie wollte: Als sich die promovierte Pharmazeutin 1995 entschloss, ein MBA-Studium an der französischen Top-Schule Insead "einzuschieben", hatte sie eine Karriere als Beraterin bei Boston Consulting Group (BCG) im Auge. "Meine Erwartungen haben sich voll erfüllt", sagt Veltmar fünf Jahre später rückblickend. "Ich habe im Schnitt alle zwei Jahre die nächste Karrierestufe erreicht." Mit 38 Jahren ist sie auf der Stufe unterhalb der obersten BCG-Führungsebene angekommen. Eine Karriere nach Wunsch.

Auch für Oliver Schiller ging es mit dem MBA steil nach oben. Allerdings nicht wie geplant. Der Diplombetriebswirt arbeitete bereits zwei Jahre in einer Managementberatung, als er sich für einen MBA an der University of Chicago Graduate School of Business eine Auszeit nahm, um danach auf einen besser bezahlten Job in sein Unternehmen zurückzukehren. Doch während seines Praktikums als "Summer Associate" bei Goldman Sachs in Frankfurt fand er Gefallen am Investment- Banking und blieb. Heute ist Schiller mit 34 Jahren bereits Executive Director bei der US-Bank.

Beide Karrieren zeigen: Der MBA "funktioniert" – nur nicht immer so, wie man sich das vorgestellt hatte. Bei dem einen ist er das ultimative Karrieresprungbrett bei dem anderen eröffnet er ganz neue Berufsperspektiven. "Im Nachhinein betrachtet, war der MBA für mich vor allem ein Türöffner zu einem anderen Karrierepfad", resümiert Investmentbanker Schiller nüchtern.

Karrieren bei Unternehmensberatungen und Banken sind die "Klassiker" für MBA-Absolventen. Zwei Drittel jeden Jahrgangs landen in diesen beiden Branchen. Doch für so manchen ist das nicht Endstation, und erst die Kombination aus MBA und Beraterjob erweist sich als unschlagbar.

So etwa für Stefan Gross-Selbeck. Der promovierte Jurist stieg nach seinem MBA am Insead erst einmal bei BCG ein, wurde dann Geschäftsführer bei Kirch Media und ist heute, mit 37, Chef von eBay Deutschland.

Die "Killer-Kombination" wirkte auch bei Gabriele Fesl, die nach ihrem Sprachenstudium als Managementtrainee bei der Sprachschule Berlitz anfing und es dort in zweieinhalb Jahren bis zur Projektleiterin gebrachte. Mit dem MBA der Rotterdam School of Management (RSM) in der Tasche, ging sie zunächst als Associate zu McKinsey und ist heute Marketingmanagerin bei der Kosmetikfirma Estée Lauder. "Mein MBA hat sich in jeder Hinsicht ausgezahlt", strahlt die Markenfrau.

Das gilt auch für die Karriere von Alexander Bleuel: "Mein MBA hat mich für eine General Management- Position fit gemacht", sagt er, der "ohne klares Karriereziel" sein MBA-Studium begann, aber "seine Chancen nachhaltig verbessern wollte". Mit Erfolg: Vor seinem MBA am Iese in Barcelona war Bleuel Exportmanager bei einem US-Unternehmen in Spanien. Heute ist er Mitglied der Geschäftsführung von Land Rover Deutschland.

Den klassischen Karrieresprung vom Fachmann zum Top-Manager hat Diplom-Ingenieur Claus Karthe geschafft: "Nach zehn Jahren in der Telekommunikationsindustrie und sechs Jahren bei Nokia hatte ich das Gefühl, an eine "Glasdecke" zu stoßen. Es war mir klar, dass ich nicht genug Managementkompetenzen hatte, um die Karriereleiter weiter hochklettern zu können."

Ein MBA am renommierten IMD in Lausanne brachte die Lösung des Problems. Der Netzwerkspezialist avancierte zuerst zum Geschäftsführer von Nokia Philippinen und anschießend zum Area Manager für Taiwan, Korea und Japan. Vor kurzem machte sich Karthe nun mit Wireless Services Worldwide, London, selbstständig.

Den Sprung in die Selbstständigkeit hat auch Jürgen Dworak gewagt - auch er mit MBA und Beratererfahrung. Der Diplom-Kaufmann von der Uni Münster schaffte es "mit vergleichsweise wenig Arbeitserfahrung" und "nur ein paar Praxiseinsätzen bei Siemens Nixdorf" in das MBA-Programm der Fuqua School of Business an der Duke University. Mit US-MBA in der Tasche öffneten sich für den Betriebswirt plötzlich die Türen: "Angebote von verschiedenen Unternehmensberatungen, Procter & Gamble und Porsche hätte ich ohne MBA sicher nicht bekommen", sagt Dworak rückblickend. Der Fuqua-Absolvent entschied sich für Berger, blieb ein paar Jahre, und betreibt nun eine eigene Firma.

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