10 Fragen zu Firmenübernahmen
Unruhige Zeiten

Deutschland steht vor einem Rekordjahr an Fusionen über Firmenübernahmen. Für Mitarbeiter und Unternehmen birgt das Risiken, aber auch Chancen. Juristen, Personalberater und weitere Experten beantworten die zehn wichtigsten Fragen.

Für manche Mitarbeiter der Pharmakonzerne Bayer und Schering mag es wie blanker Hohn klingen: Während bei den fusionierten Unternehmen bis zu 6 000 Arbeitsplätze wegfallen sollen, wird der Job von einem sicherer: Der Bayer-Aufsichtsrat verlängerte kürzlich den im kommenden Jahr auslaufenden Vertrag von Vorstandschef Werner Wenning um drei weitere Jahre - Lohn einer gelungenen Übernahme.

Solche Entscheidungen sind in deutschen Konzernen derzeit an der Tagesordnung. Aktuelle Zahlen des Datenanbieters Thomson Financial belegen: Deutschland könnte bei Fusionen und Übernahmen das Spitzenjahr 1999 übertreffen. In den ersten sechs Monaten wurden Transaktionen in Höhe von 170 Milliarden US-Dollar abgewickelt, darunter Milliardendeals wie der Schering-Kauf durch Bayer, der Erwerb des US-Katalysatorenherstellers Engelhard durch den Ludwigshafener Chemiekonzern BASF oder die Übernahme des Industriegasekonzerns BOC durch den hiesigen Konkurrenten Linde.

Und in dem Tempo soll es weitergehen. Nach Angaben der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) kommen insbesondere auf die Technologiebranche und den Gesundheitssektor in den nächsten drei Jahren Übernahmewellen zu. Auch der Bankensektor steht vor Umbrüchen: 89 Prozent der Privatbanken weltweit planen derzeit Zukäufe, so eine Studie der Beratung KPMG. "Finanzinvestoren wie Hedgefonds und Risikokapitalgesellschaften haben derzeit so viel Geld wie nie eingesammelt und suchen branchenübergreifend attraktive Investitionsziele", sagt Werner Suhl, Leiter des Bereichs Mergers & Acquisitions bei PwC.

In vielen Betrieben wächst deshalb die Unsicherheit, bei vielen Mitarbeiter geht die Angst vor Massenentlassungen um. "Viele Arbeitnehmer haben neben Risiken aber auch Chancen", sagt Experte Suhl. Wo umstrukturiert wird, entstehen auch neue Jobperspektiven. Der Preis dafür ist allerdings eine höhere Flexibilität. Und wo die Fusion verkrustete Strukturen auflöst und die Marktposition des Unternehmens stärkt, beispielsweise durch eine höhere Einkaufsmacht, können Aktionäre, Eigentümer und Kunden profitieren.

Die Wirtschaftsoche hat dazu die zehn brennendsten Fragen der Mitarbeiter und Manager Wissenschaftlern, Personalberatern, Fachanwälten und Fusionsexperten gestellt. Ihre Antworten können Ihnen dabei helfen, als Sieger aus einer solchen Unternehmenshochzeit hervorzugehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%