3. Handelsblatt-Bildungskongress
Wirtschaft geht in die Schulen

Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen engagiert sich laut Umfragen bereits in Schulen. Wegen des Fachkräftemangels investieren Firmen dabei viel Geld, um den besten Nachwuchs an sich zu binden. Die Engpässe nehmen wegen des demografischen Wandels zu. Dazu mangelt es vielen Schulabgängern an Kenntnissen in Kernfächern.
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DÜSSELDORF. Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin ist dafür bekannt, nicht um den heißen Brei herumzureden. "Kinder müssen lernen, dass es ohne Leistung keine Gegenleistung gibt. Und dass sie gut daran tun, in ihre eigene Leistungsfähigkeit zu investieren, wenn sie später nicht von Hartz IV leben wollen", sagt der frühere Berliner Finanzsenator kurz vor dem 3. Handelsblatt-Kongress "Wirtschaft und Schule" in Berlin. Sarrazin ist einer der vielen renommierten Referenten die mit rund 300 Unternehmern, Lehrern und Politikern zwei Tage über sinnvolle Ansätze und bereits funktionierende Projekte diskutieren, wie Firmen und Schulen zusammen Jugendliche auf die Arbeitswelt vorbereiten können.

Der Fachkräftemangel nimmt zu

Weit mehr als die Hälfte der Firmen in Deutschland engagieren sich laut Umfragen bereits auf unterschiedlichste Art in Schulen und Unis. Wie sie das am besten tun sollten, ohne bei den Pädagogen und Schülern anzuecken, darüber gibt es viel zu reden. Das gewaltige Engagement der Wirtschaft lässt sich mit einem Wort erklären: Fachkräftemangel. Früher suchten sich die Personalchefs ihre Auszubildenden unter vielen guten Bewerbern aus, heute nehmen die Engpässe angesichts des demografischen Knicks zu. Hinzu kommt: Die mangelnden Kenntnisse vieler Schulabgänger in Mathe, Deutsch und Wirtschaft wollen die Betriebe nicht erst in der Ausbildung ausgleichen. Jeder fünfte sei nicht reif für eine Lehre, heißt es unisono.

Ein Befund, der auch Bundesbanker Sarrazin umtreibt: "Wer Texte nicht verstehen kann, einfache Rechenaufgaben nicht beherrscht und mit der Ermittlung eines Prozentsatzes Probleme hat, braucht sich zunächst nicht um ökonomische Bildung zu bemühen", sagt Sarrazin. Nach Ansicht von Werner Brinker, Chef des Oldenburger Energieversorgers EWE, ist es speziell um die ökonomische Bildung in Deutschland nicht weit bestellt: "Kaum ein Bundesland hat ein eigenes Schulfach dafür. Wer sich als Jugendlicher in der heutigen Arbeitswelt zurechtfinden will, braucht aber ökonomische Grundkenntnisse", sagt Brinker. Die Schulen würden das aber versäumen.

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