Akademiker tragen geringstes Arbeitslosigkeits-Risiko
Studium macht sich bezahlt

Akademiker haben nach wie vor gute Job-Chancen. Somit bleibt nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern ein abgeschlossenes Studium auch die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit und Bildungsförderung im Allgemeinen langfristig die beste Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.

HB NÜRNBERG. Akademiker trügen das mit Abstand niedrigste Arbeitslosigkeitsrisiko, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. So habe die Arbeitslosenquote 2004 bei Akademikern in Westdeutschland nur bei 3,5 % und im Osten bei sechs Prozent gelegen. Die Gesamtquoten betrugen dagegen 8,5 % im Westen und 18,4 % im Osten. Selbst bei Akademikern zwischen 55 und 64 Jahren betrage die Arbeitslosenquote im Bundesdurchschnitt nur 3,5 % gegenüber zehn Prozent im gesamten Schnitt dieser Altersgruppe.

Im vergangenen Jahr sei dagegen im Westen jeder fünfte Erwerbstätige ohne Berufsabschluss arbeitslos gewesen, hieß es in der IAB-Studie. Im Osten sei es sogar jeder zweite gewesen. „Dahinter steht ein lang anhaltender Abbau von Einfacharbeitsplätzen, der selbst in Zeiten mit hohem Wirtschaftswachstum bestenfalls gebremst verlief, aber nicht aufgehalten wurde“, schrieben die Forscher. Hinzu komme, das Akademiker besser verdienten als andere, seltener unter Wert beschäftigt würden und die interessanteren Jobs hätten.

Investitionen in die Bildung dürften deshalb trotz der akuten Arbeitsmarktprobleme nicht vernachlässigt werden, rät das zur Bundesagentur für Arbeit (BA) gehörende Forschungsinstitut. Selbst eine kräftige Konjunkturbelebung dürfte die Lage der Gering-Qualifizierten kaum verbessern.

„Ein Studium macht sich also durchaus bezahlt“, unterstreichen die Arbeitsmarktforscher. Männer und Frauen mit einem Studienabschluss trügen schon seit langem das geringste Risiko, arbeitslos zu werden. Zudem verdienten sie mehr als andere, müssten sich seltener mit Beschäftigungen unterhalb ihrer Qualifikation begnügen und hätten meist auch die interessantesten Jobs. Auch seien sie seltener als Erwerbstätige mit geringerer Qualifikation von Arbeitslosigkeit im Alter bedroht.

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