Akkreditierung
Neuer Hochschul-Tüv hilft dem MBA nicht

Immer mehr MBA-Programme drängen auf den Markt – doch die meisten haben den Titel überhaupt nicht verdient. Oft sind sie nur verkappte Master of Science-Programme. Das Entwertet den MBA, kritisieren Experten. Eine ärgerliche Entwicklung. Was dagegen zu tun ist.
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DÜSSELDORF. Seit die deutschen Hochschulen ihre Studiengänge auf Bachelor und Master umstellen, müssen sie sich auch mit Akkreditierungsagenturen auseinandersetzen. Die entscheiden darüber, ob das Gesamtkonzept sinnvoll ist, Lernziele eindeutig formuliert und die Abschlüsse berufsvorbereitend sind – kurz, ob die Studiengänge den Anforderungen der Bologna-Reform gerecht werden.

Mit ihnen ist die Zahl der MBA-Programme explodiert. Dumm nur, dass die meisten verkappte Master of Science-Programme sind und nicht das erfüllen, was sie versprechen. Das wird sich so schnell auch nicht ändern. Zwar gibt es erste Anstöße hin zu einer längst überfälligen Reform der Akkreditierung in Deutschland. Doch zu mehr Transparenz bei den MBA-Programmen wird diese nicht führen.

Mehr als 200 Programme, die den Abschluss Master of Business Administration verleihen, gibt es in Deutschland. Doch nur ein Bruchteil davon sind „echte“ MBA-Programme, die sich an Nicht-Ökonomen richten, international sind und auf Englisch unterrichtet werden. Oftmals sind die Programme so spezialisiert, dass sie ehrlicherweise mit dem Master of Science abschließen müssten. Denn mit der Idee eines General Management Programms, das auf Führungsaufgaben vorbereitet, haben sie nichts mehr gemeinsam. Das Etikett MBA scheint vielen Hochschulen zu verlockend, der Titel wird damit entwertet.

Unseriöse Anbieter profitieren

„Geholfen ist damit nur den unseriösen Anbietern solcher Studiengänge. Ich bin skeptisch, ob es der Wissenschaftsgemeinschaft gelingt – ja, ob sie es überhaupt will – speziell den MBA wieder eindeutig zu positionieren und den Titel wieder bedeutungsvoll zu machen“, sagt Harald Melcher, Vorstand des Verbands der Privaten Hochschulen.

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