Allgemein gebräuchliche Formulierungen verwenden
Vergiftetes Lob im Zeugnis ist unzulässig

Bescheinigt der Arbeitgeber einem ehemaligen Mitarbeiter in einem Arbeitszeugnis, dass sich dieser „stets bemüht habe“, seine Aufgaben effektiv zu erfüllen, ist eine gerichtliche Auseinandersetzung vorprogrammiert.

crz BRÜHL. Nach einem Urteil des Arbeitsgerichts (ArbG) Neubrandenburg wird dem Beurteilten damit nämlich attestiert, dass er zwar Willens war, den Anforderungen zu genügen, letztlich aber in diesem Bemühen gescheitert ist.

In dem Verfahren ging es um die Berichtigung eines Zeugnisses für einen Außenwirtschaftsassistenten folgenden Inhalts: „…Herr S. bemühte sich stets, die ihm hierbei gestellte Aufgabe effektiv zu erfüllen. Er hat den Anforderungen in jeder Hinsicht entsprochen. Herr S war stets pünktlich und nutzte die Arbeitszeit korrekt aus ….“.

Das ArbG Neubrandenburg verurteilte den Arbeitgeber dazu, die Passage noch einmal neu zu formulieren und dann allgemein gebräuchliche Formulierungen zu wählen. Mit den Spitzfindigkeiten sei der Arbeitgeber keineswegs seiner Pflicht nachgekommen, eine wohlwollende Leistungsbeurteilung auszustellen. Anstoß nahm das Gericht auch an der Formulierung, der Mitarbeiter habe die Arbeitszeit korrekt ausgenutzt. Damit werde dem Arbeitnehmer in Wahrheit attestiert, dass er stets pünktlich seine Tätigkeit eingestellt hat, unabhängig davon, ob seine Arbeitskraft auch über das reguläre Arbeitsende benötigt wurde. In letzter Konsequenz werde dem Mitarbeiter damit sogar mangelndes Interesse an seiner Arbeit unterstellt, so das Gericht.

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