Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz
Frau fordert halbe Million Euro wegen Diskriminierung

Wegen Diskriminierung fordert eine türkischstämmige Mitarbeiterin vom Versicherungskonzern R+V rund 500 000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld. Am Montag scheiterte ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Wiesbaden. Jetzt müssen die Richter entscheiden.

HB WIESBADEN. Wegen angeblicher Diskriminierung am Arbeitsplatz verlangt eine 38 Jahre alte Frau rund eine halbe Million Euro Schadensersatz. Die Außendienstmitarbeiterin wendet sich vor dem Arbeitsgericht Wiesbaden gegen die R+V Versicherung und beruft sich auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das seit August 2006 in Kraft ist und Benachteiligungen wegen ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Alter verhindern soll. Dem Gericht zufolge behauptet die Mitarbeiterin türkischer Herkunft, die Versicherung habe sie als Frau und wegen ihrer Abstammung diskriminiert.

Am Montag fand zunächst ein Gütetermin statt, der jedoch scheiterte. Die Frau begründete die Klage nach Angaben des Gerichts damit, nach einer Schwangerschaft zunächst daran gehindert worden zu sein, möglichst rasch an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren. Nach dem Mutterschutz sei sie dazu gedrängt worden, Elternzeit zu nehmen, was aber nicht ihrer Planung entsprochen habe. Außerdem habe sie ihrer Darstellung zufolge bei Wiederbeginn schlechtere Arbeitsbedingungen vorgefunden, teilte ein Gerichtssprecher weiter mit. Von der R+V Versicherung war am Montag zunächst keine Stellungnahme zu dem Fall zu bekommen.

Mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) wurden vier EU-Richtlinien umgesetzt. Diese verlangen ein Verbot von Benachteiligungen für Frauen und verschiedene Minderheitengruppen, etwa aus ethnischen oder religiösen Gründen, aber auch beispielsweise wegen der sexuellen Identität. Mit Inkrafttreten des AGG hat das Bundesfamilienministerium auch eine Antidiskriminierungsstelle eingerichtet, an die sich Betroffene wenden können.

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